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Erster Spieltag der Saison 2026/2027 am 26.9.2026

Ende September, tollstes Herbst-, eher Sommerwetter (natürlich nicht ideal in den schattigen und stickigen Squash-Courts) und ein gelungener Start in die neue Saison. Wie bereits berichtet, nehmen wir mit 3 Mannschaften an den Spielrunden des Südwest-Verbandes teil. Damit sind wir mit unseren Pfälzer Freunden aus Germersheim der einzige Verein, der mit 3 Mannschaften spielt und hofft, dies auch bis zum Ende durchzuhalten.

Meine Arbeit als Öffentlichkeitsarbeiter für unseren Verein hat sich allerdings für den 1. Spieltag um genau 1/3 reduziert, weil nämlich unsere 3. Mannschaft in der Verbandsliga spielfrei hatte. Dafür gibt es bei den anderen beiden Teams mehr und Interessantes zu berichten.

Als Aufsteiger in die Regionalliga gab es schon eine gewisse Anspannung in unserer Truppe der 1. Mannschaft, wie es denn so in der dritthöchsten Liga in Deutschland laufen könnte. Der erste Test fand just in Germersheim statt, wo man auf das Ex-Bundesligateam von Wiesental 1 aus St. Ingbert sowie auf die 1. Mannschaft des Gastgebers traf, also wirklich harte Brocken zum Gegner hatte. Erschwerend kam hinzu, dass unsere Spitzenspielerin Enas aus Luxemburg kurzfristig absagen musste, sodass der blutjunge Matvei auf Position 4 einsprang. Und dies sei schon vorweggenommen: mit unglaublichem Erfolg.
Im Einzelnen:

Das erste Spiel ging gegen die Wiesentaler, wobei Matvei mit seinem biblischen Alter von 13 Jahren (!!!) auf Position 4 gegen den erfahrenen Thomas Haas schon mal Akzente setzen konnte. Thomas ist routiniert, schlagstark und körperlich überlegen. Er gewann den 1. Satz, musste Matvei aber den 2. Satz überlassen, in dem unser junger extrem talentierter und bestens ausgebildeter Luxemburger alles abrief, was er hat: riesiges Spielverständnis, ausgefeilte Technik und taktisch extrem weit durch die vorbildliche Luxemburger Trainingsarbeit geschult. Matvei gewann diesen mit 11:6, musste allerdings in den nächsten beiden Sätzen gegen das schnelle Spiel von Thomas sowie auch mit ein bisschen Pech 2 Satzverluste einstecken, sodass die Überraschung ausblieb. Dennoch großes Kompliment an den jungen Burschen, der mit großer Begeisterung unserem tollen Sport betreibt. Auf Position 3 traf unser demnächstiger Sportwart Philip auf Nils Kempf, einen „alten“ (nur im übertragenen Sinne, verzeih mir!) bundesligaerfahrenen Squasher. Hier zeigte sich relativ deutlich, über welche Erfahrungen und welches Spielverständnis Nils verfügt, gegen den Philip mit all seinem Einsatz, seinem Tempo und seiner Schnelligkeit nichts ausrichten konnte. Die Sätze waren klar und leider gegen Philip, was bedeutet, dass Nils alle 3 Sätze souverän gewinnen konnte. Ebenfalls über Bundesligaerfahrung verfügt auf Nummer 2 Simon Krewel, den allerdings unser Marius arg ins Schwitzen brachte. Ging der erste Satz noch relativ klar an Simon, drehte Marius im 2. Satz auf und rang dem sympathischen Internisten und Kardiologen (gerade bei dem Altersschnitt in unserem schönen Sport kann es durchaus von Vorteil sein, mit einem solchen Gegner im Court zu sein!) zumindest eine Verlängerung ab, die er aber nicht für sich entscheiden konnte. Der 3. Satz verlief dann wieder wie der erste, nämlich mit einem recht deutlichen Erfolg von 11:5 für den sympathischen Simon. Im mit Spannung erwarteten Spitzenspiel trafen sich der ebenfalls höchstligaerfahrene Tobias Baab, ebenfalls ein sympathischer und hervorragender Squasher, und neue Nummer 1 Rudi, oder besser und genauer Rudolf. Hier entwickelte sich ein offenes, hochklassiges und extrem spannendes Match. Jeder der beiden gewann einen Satz, bis es naturgemäß im 5. Satz zur Entscheidung kommen musste. In diesem 5. neigte sich die Waage extrem knapp auf die Seite von Tobias, der in einem ausgeglichenen Spiel im richtigen Moment die richtigen Bälle spielte und das Pendel in seine Richtung zog. Betrachtet man die einzelnen Punkte, ging es ebenfalls mit 46:44 zugunsten von Tobias aus. Schade, Rudi, aber ihr habt beide eine tolle Performance (neudeutsch) gezeigt. Damit: außer Spesen nichts gewesen, 0:4 gegen die starken Wiesentaler verloren, aber immerhin 3 Sätze gewonnen. Hierauf lässt sich aufbauen.

Das nächste Spiel in der Regionalliga lautete Germersheim 1 gegen Saarlouis 1. Matvei war wieder im Einsatz und dies gegen einen Routinier paar excellence, nämlich Fritz Bus. Dieser spielt schon gefühlt 100 Jahre Squash und immer noch auf einem hohen Niveau. Matvei konnte die Jugend und eine fast professionelle Ausbildung im Squashsport in die Waage werfen und dies gar nicht so schlecht. Matvei gewann den 1. Satz, verlor den 2. Satz allerdings mit 11:9. Wie Phönix aus der Asche stieg er dann im 3. Satz zu einer Klasseleistung auf und ließ seinem Gegner noch nicht einmal einen einzigen Punkt. Fritz schonte sich etwas in diesem Satz und drehte den Spieß im 4. Satz noch einmal um, den er mit 11:7 gewann. Im 5. allerdings knüpfte Matvei, technisch bärenstark, an den 3. Satz an und ließ seinem Gegner nur 2 Punkte, der sich abgekämpft geschlagen geben musste. Riesenkompliment an unseren jungen Burschen aus Luxemburg, der ein Riesentalent ist und eine große Karriere vor sich hat. Unser Dauerläufer Philip spielte anschließend gegen Ulrich Wörner und hatte einen guten Tag erwischt. Philip gewann die ersten beiden Sätze durch sein Tempo und seine Laufarbeit knapp, dennoch verdient. Er musste im 3. Satz in die Verlängerung, in der Ulrich einen Tick besser war. Im 4. allerdings fand Philipp wieder seine Form und Ulrich konnte letztlich nicht mehr viel entgegensetzen. Damit war schon der zweite Punkt eingefahren, denn Philip gewann nach souveräner Leistung mit 3:1 gegen Ulrich. Marius, unser wiedergefundener „Sohn“, spielte gegen den erfahrenen Franzosen Laurent Reitzer und musste relativ schnell erkennen, dass Laurent ein sehr guter Squashspieler ist, über alle taktischen Mittel verfügt (gute Stopps) und Marius in den einzelnen Sätzen nur kleinere Bonbons hinwerfen musste. Laurent gewann nach starker Leistung gegen eine nicht enttäuschten Marius glatt in 3 Sätzen. Im Spitzenspiel unseres ebenfalls wiedergefundenen Sohnes Rudolf, genannt Rudi, der in dieser Saison leihweise bei uns spielen darf, ging es gegen den die letzten Jahrzehnte beherrschenden Squasher im Südwesten Anders Kroscky. In einem hochklassigen Spiel wechselte die Führung in den ersten beiden Sätzen ständig und beide gewannen jeweils mit 11:9. Dann allerdings kam es zu einem leichten Einbruch bei Anders und Rudolf zog sein Spiel konzentriert und überlegt durch. Er ließ dem tapferen, aber deutlich nachlassenden Anders nicht den Hauch einer Chance in diesen Sätzen und konnte beide klar nach Hause fahren. Damit war es in der Tat geschafft: im 2. Spiel in der neuen Klasse direkt ein Sieg mit 3:1 und 9:7 Sätzen. Glückwunsch an diese Truppe für eine hervorragende Leistung.

Die Oberliga Südwest startete für unser 2. Mannschaft, ebenfalls Aufsteiger, mit einem Viererspieltag in Güdingen. Unsere Truppe musste zunächst gegen den SC Homburg 1 antreten, einen Gegner, der uns seit Jahrzehnten begleitet und an den ich mich sehr gerne erinnere, waren es immer enge, freundschaftliche und sportlich anspruchsvolle Spiele (Grüße an Michael Schwenk, meinen ewigen Kontrahenten, hoffentlich geht es ihm gut?). Und im 1. Spiel auf Position 4 dürfen wir gerade einen Neuling (die weibliche Form dieses Wortes überfordert mich gerade!!) begrüßen, nämlich Britta Weber. Herzlich willkommen an die Wiesentalerin, die in dieser Saison bei den offiziellen Ligaspielen für uns antritt. Wir freuen uns auf dich und hoffen, dass du bei uns viel Spaß und Erfolg hast. Britta spielte gegen Johannes Stilgenbauer, der allerdings keine große Hürde für unsere Spielerin war. Britta gewann klar und deutlich in 3 Sätzen und gab gegen den Homburger, der sein allererstes  Ligaspiel bestritt und wacker kämpfte, nur 5 Punkte ab. Matveis Vater Evgheni war auf Nummer 3 eingesetzt und lieferte sich mit dem Dino und alten Kämpen aus Homburg Udo Holzmann ein spannendes Duell. Die ersten 4 Sätze waren ausgeglichen, jeder gewann 2, und im letzten Satz war es dann Udo, der mit seiner Routine und natürlich auch mit etwas Glück 11:6 gewinnen konnte. Schade, aber Evgheni lieferte einen heißen Fight und verlor doch etwas unglücklich, bedenkt man, dass er etwas übermüdet war. Christoph Mohr aus Homburg, ebenfalls schon ewig dabei, hatte auf Position 2 unseren Marc mit Nachnamen Gladel zum Gegner und der ehemalige Handballer aus Saarlouis spielte mit seinem Gegner offene 3 Sätze, die er aber in den entscheidenden Phasen am Ende jeweils auf seine Seite ziehen konnte. Das Tempo und die Laufbereitschaft gaben den Ausschlag für einen klaren 3:0-Sieg, der gar nicht so klar aussah. Im Spitzenspiel traf unser Noch-Sportwart André auf Udo-Sohn (in Island würde Simon sicher Udoson heißen, oder?) Simon. Auch hier sah man 3 knappe Sätze, wobei sich die bessere Technik von Simon gegen das Tempospiel von André knapp durchsetzen konnte. Gerade gegen Ende der 3 Sätze hatte Simon die besseren Antworten parat und schlug André vom Ergebnis her klar mit 3:0, vom Spielverlauf her wäre allerdings sicher mehr drin gewesen. Eventuelle Erklärung: unser unverwüstlicher Dauersportler mit allem, was man Racket nennen kann, hatte zuvor noch ein Tennismatch und hastete anschließend in die Bexbacher Courts. Fazit: ein gewonnenes Unentschieden, weil wir 2 Sätze mehr auf unsere Seite ziehen konnten, und damit die ersten beiden Punkte in der Oberliga.

Im Spiel gegen den Gastgeber Heidenkopf 1 duellierten sich Michael Löffler und Britta. Hier kannte der Heidenkopfer und ehemalige Illinger keine Gnade und spielte souverän einen 3:0-Sieg gegen die tapfere Britta heraus, die nie aufgab, aber letztlich doch deutlich unterlegen war. Auch auf Position 3 hatte Evgheni gegen Christian Seichter zwar jede Menge Chancen, konnte diese aber am Ende der Sätze nicht nutzen. Kurioserweise gingen alle Sätze mit 11:8 aus und leider alle zugunsten des stärkeren Christian. Evgheni enttäuschte nicht, ließ aber speziell gegen Ende der Sätze nach. Marc auf Position 2 spielte gegen Sandra Denis, die sehr respektvoll vom Luxemburger Tageblatt als „Grand Dame des Squashsports“ bezeichnet wurde. Mit gut 30 Jahren Squash-Erfahrung maß sie sich mit Marc auf hohem Niveau. Diese Routine hatte Marc nicht, aber er nutzte sein Tempo und seine Schnelligkeit sowie die körperliche Überlegenheit aus, um die technisch stärkere Sandra in Schach zu halten. 4 Sätze spielten die beiden und es war immer knapp und eng. Marc allerdings zog dieses Spiel nach verlorenem 3. Satz im vierten wieder und verbuchte für uns den Ehrenpunkt. Ehrenpunkt deshalb, weil auf Position 1 André gegen den Franzosen Damien Bellot, ebenfalls ewig schon bei Heidenkopf, keine Chance hatte. Damien dominierte das Spiel nach Belieben und siegte glatt in 3 Sätzen.

Auch hier das Fazit: immerhin 2 Punkte geholt in der neuen Liga und gar nicht schlecht geschlagen. Darauf kann man aufbauen und wir schreiben und lesen uns wieder Anfang November nach dem 2. Spieltag. Bleibt gesund, optimistisch und ehrgeizig.

Verfasser: Kurt Rauch, 29.09.2026