Berichte über den 1. Spieltag der Oberliga bzw. 2. Spieltag der Verbandsliga am 26.9.2015

Mit gemischten Gefühlen begann am letzten Wochenende die 1. Mannschaft des Vereins das Abenteuer Oberliga in Auswärtsspielen beim Gastgeber Stroke 11 Saarbrücken in Güdingen. Gemischte Gefühle deshalb, weil einerseits eine Vorfreude da war, sich mit den starken aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland in der Oberliga als Aufsteiger zu messen und andererseits eine Anspannung, weil es mit der Spielberechtigung unseres Luxemburger Neuzugangs Marc Thrill noch nicht geklappt hat, da der obligate Schiedsrichter-Kurs wegen Terminproblemen und einem Kommunikationsfehler im Verein noch nicht durchgeführt werden konnte. Hier bemühen wir uns aber darum, dass diese Berechtigung am nächsten Spieltag, dem 10.10.2015, vorliegt.

So kam es zur Premiere für unseren Youngster Marius, der erstmals und dies gleich in der Oberliga auf Position 1 anzutreten hatte. Da auch Benjamin als gemeldeter Ersatzspieler nicht zur Verfügung stand, musste Frank aus der 2. Mannschaft einspringen.

Im Spiel gegen die Gastgeber sah es ganz ähnlich aus. Frank spielte gegen den Franzosen Yannick Ney einen furiosen 1. Satz, den er nur mit viel Pech in der Verlängerung mit 15:13 verlor, um dann aber wiederum nach Kräfteeinbruch dem topfitten Franzosen die nächsten beiden Sätze überlassen zu müssen. Für Oliver kann ich vorab auf das unten Geschriebene verweisen, denn sein Spiel gegen den Edeltechniker Marco Groh war genauso spannend und dramatisch wie das 2. Spiel. Auch hier gewann sein Gegner die 1. beiden Sätze, ehe Oliver ins Rollen kam und die letzten 3 Sätze äußerst knapp für sich entscheiden konnte, den 5. gar erst in der Verlängerung. Großes Kompliment an unseren Kämpfer und Dauerläufer, der ein verloren geglaubtes Spiel noch drehte und mit 3:2 gewann, obwohl er nach Punkten mit 50:43 zurücklag. Eine hervorragende Leistung unseres zweifachen Vaters. Im Spiel der Nr. 2 von Marc gegen Michael Steigleiter sah es in den 1. beiden Sätzen jeweils gut für unseren Mannschaftskapitän aus, obwohl er schon am Ende des ersten Satzes umknickte und mit dickem Fuß und Hals die Begegnungen fortsetzen musste. Mit viel Pech verlor er aber diese beiden 1. Sätze je in der Verlängerung, um dann aber, gehandicapt durch eine Fußverletzung, den 3. fast völlig abschenken zu müssen. Marc verlor also mit 0:3. Das Spitzenspiel zwischen Marius und Thomas Rimlinger lief dann doch recht deutlich für den Saarbrücker, denn Marius fand nicht zur Sicherheit und konnte dem konzentrierten Thomas keine effektive Gegenwehr bieten.

Das 2. Spiel gegen die Nordsaarländer aus St. Wendel führte Frank auf Position 4 gegen das Laufwunder Ralf Dudenhoeffer. Obwohl sich Frank mächtig anstrengte und recht gut mithielt, war schließlich die bessere Kondition von Ralf ausschlaggebend, dass dieser gegen jenen in 3 Sätzen gewinnen konnte. Oliver hatte sich auf Position 3 viel vorgenommen und er lieferte wiederum ein unglaublich spannendes Spiel ab. Sein Gegner aus St. Wendel war Rüdiger Göddel und der ist ein richtig guter Squasher geworden, was er insbesondere in den 1. beiden Sätzen zeigte. Als Oliver 0:2 zurücklag, kam der Glanz in seine Augen und er kämpfte den verzweifelnden Rüdiger letztlich in 5 Sätzen nieder, wobei im 4. Satz das Glück auch auf unserer Seite war, denn in einer unfassbar langen Verlängerung gewann Oliver diesen Satz mit 15:13, um dann aber im 5. Satz recht deutlich die Oberhand zu behalten. Marc spielte auf Nr. 2 gegen Frank Barczynski. Designer Marc hatte trotz Verletzung einen guten Start kreiert und siegte knapp im 1. Satz, um dann aber in den nächsten 3 Sätzen seine Linie zu verlieren, den Schmerz zu spüren und somit auch das Spiel, das Frank B. aus WND dann relativ deutlich gegen einen lädierten und auch noch unkonzentrierten Marc in 4 Sätzen gewinnen konnte. Das Spitzenspiel zwischen unserem Nachwuchsstar Marius und unserem alten Freund und ehemaligen Mannschaftskollegen Roland Laures, einem Edeltechniker mit unglaublich großem Schlagrepertoire, begann überraschenderweise äußerst ausgeglichen, denn Marius gewann den 2. Satz nach verlorenem 1., um dann aber gegen einen konzentrierteren Roland erkennen zu müssen, dass sein Gegner doch noch etwas stärker und routinierter ist und sein Spiel besser variieren kann. Marius verlor trotz großem Auftritt mit 1:3 und somit auch unser Club das Spiel mit demselben Ergebnis.

Somit ging auch dieses Spiel mit 1:3 verloren und der Fehlstart in die Liga war perfekt. Ein Rückschlag dürfte dies aber nicht sein, denn man zeigte einerseits, dass man mithalten kann, und andererseits gibt es in dieser Klasse auch schwächere Mannschaften, gegen die man durchaus Chancen haben wird.

Die 2. Mannschaft hatte an ihrem 2. Spieltag Heimrecht gegen die Teams vom Illtal II und Saarbrücken-Heidenkopf III. Und es gelang sogar, trotz der Ausfälle der 1. Mannschaft 4 Spieler zu rekrutieren, die, dies sei vorweg genommen, ihre Aufgabe hervorragend machten. Im Spiel gegen die äußerst starken Illinger um ihren Kapitän und ihr Fossil Rainer Bönnemann, dem sympathischen Westfalen, hatte auf Nr. 4 unser Nachwuchsspieler, der fast fünfzehnjährige Bénédict Becker (kurz: Bene genannt nach der Hoffnung und der Erwartung, dieser werde im Squash richtig „bene“), einen richtig schweren Brocken erwischt mit dem routinierten Matthias Diehl, dem ehemaligen Malstatter. Dass Matthias das Spiel gewinnen wird, war klar und bewahrheitete sich auch, wobei Matthias doch den einen oder anderen Gang herausgenommen hat, so dass Bene in jedem Satz Punkte erzielen konnte. Man merkte unserem Junior aber an, dass er in letzter Zeit nicht unbedingt von unbändigem Trainingsfleiß beseelt war und ihm daher recht leichte Fehler unterliefen, was auch den kritischen Augen der anwesenden Familie unseres Juniors aufgefallen war. Deshalb, Bene: öfter trainieren und Du wirst ein richtig Guter bei Deinem Talent im Court! Auf Position 3 trat Rüdiger an, der gottlob wieder richtig viel Spaß am Squash hat und sowohl im Training als auch den Spielen großen Ehrgeiz zeigt, was für unseren Club ein Glücksfall ist. Rüdiger hatte mit Fabio Pati einen äußerst talentierten südländisch angehauchten und „bene“n Squasher zum Gegner und es entwickelte sich ein sehr spannendes Spiel, welches Rüdiger nach 1:2-Rückstand noch mit 3:2 nach taktischer Umstellung für sich entscheiden konnte und dies durchaus verdient auch aufgrund größerer Varianten im Spiel. Unsere Nr. 2, André, erwischte gegen den Dauerläufer Thomas Reichert nicht seinen besten Tag. André unterliefen viele technische Fehler und trotz großer Laufleistung waren die Laufwege suboptimal, so dass Thomas keine Probleme hatte, das Spiel in 3 Sätzen zu gewinnen, obwohl ein großer Unterschied nicht festzustellen war. Tom spielte erstmals auf Position 1 in der Verbandsliga und gegen besagten Rainer hatte er natürlich einen schweren Stand. Tom hielt aber gut mit, Rainer unterliefen aber weniger Fehler und dessen Routine machte den Ausschlag, dass er gegen unseren sehr gut gewordenen Tom in 3 knappen Sätzen gewinnen konnte. Gegen Illtal war somit das Ergebnis 1:3 und man reihte sich somit in die Resultate der 1. Mannschaft nahtlos ein.

Besser wurde es dann gegen die Mannschaft aus Heidenkopf, die stark ersatzgeschwächt antreten musste. Auf Position 4 zeigte auch hier Bene einerseits sein Talent, andererseits aber auch seinen Trainingsrückstand, denn er fand gegen Lars Vogel nicht zu seinem Spiel und beging erneut viele unnötige Return-Fehler. Bene hat ein gutes Ballgefühl und auch die nötige Ruhe, um ein guter Squasher zu werden, ausbaufähig ist aber noch bei aller technischen Begabung sein kämpferischer und läuferischer Einsatz. Bei einem so großen Talent wie dem 14-jährigen ist dies bei entsprechendem Training (und nicht nur Daumentraining beim perfekt beherrschten Handybedienen!) aber nur eine Frage der Zeit, bis er zu den Guten der Liga gehört. Ab Position 3 ging es dann aber Schlag auf Schlag. Rüdiger spielte gegen die tapfere Katja Deutsch, die hervorragend mithielt, aber gegen Rüdiger doch keinen Satz gewinnen konnte, der ruhig und sicher das Spiel in 3 Sätzen nachhause fuhr. André hatte gegen Nico Breit ein deutlich besseres Spiel erwischt und er ließ dem Gegner durch seine Schnelligkeit und die harten Grundschläge nicht den Hauch einer Chance, sondern nur gesamt 7 Punkte in 3 Sätzen. Tom hatte auf der Spitzenposition schließlich gegen den ähnlich stark spielenden Karsten Schade das ein oder andere Problem und Kasten gewann auch den 3. Satz. Tom aber ließ sich gut coachen, setzte im 4. Satz das ihm Gesagte deutlich besser um als in den Sätzen zuvor und er gewann unter den kritischen Augen seiner Freundin absolut verdient nach großem Kampf mit 3:1, was auch der 2. Mannschaft mit dem selben Ergebnis das 1. große Erfolgserlebnis in der Liga seit 2 Jahren brachte. Dies sollte Auftrieb geben, zumal Frank und auch Rudi, der an diesem Wochenende einer Sportart frönte, deren Regeln mir völlig unverständlich sind (es handelt sich um Baseball), aber in den nächsten Spielen wieder zur Verfügung steht und das Durchschnittsalter der Mannschaft deutlich senken sollte.

Also: kein ganz verlorenes Wochenende und die 2. sorgte dafür, dass wenigstens ein Erfolgserlebnis im Verein zu verbuchen ist.

Verfasser: Kurt Rauch / 28.September 2015