Bericht über den Spieltag am 10.10.2015 – Saison 2015/2016

Es ist schwierig in dieser Saison, den Spieltag genau zu bezeichnen, ist es doch der 2. für die Oberliga und der 3. für die Verbandsliga. Jedenfalls fanden beide Spiele am 10.10.2015 statt, wobei das Oberliga-Team nach Andernach an den Vater Rhein musste, um dort gegen das ehemalige Bundesliga-Team des SC Schängel Koblenz sowie gegen Rhein-Neckar III aus Frankenthal anzutreten. Geographisch war es also ein richtiger Dreiecksspieltag und fast die komplette Topographie der beiden Bundesländer ist in diesem Dreieck enthalten. Die 2. Mannschaft musste ebenfalls reisen, nämlich nach Frankenthal, dem Ort, der nach unserem Präsidenten benannt wurde, um dort gegen IV der oben Genannten die Racket zu kreuzen sowie gegen unsere saarländischen Freunde aus Homburg die Waffen zu strecken, soviel sei schon einmal verraten.

Zunächst aber standesgemäß zur Oberliga: unser Neuzugang aus Luxemburg Marc hätte zwar mittlerweile nach langem Kampf eine Spielberechtigung gehabt, zeitlich war es aber für ihn kurzfristig nicht zu arrangieren, uns an diesem Spieltag zu verstärken. Außerdem hatte sich der andere Marc, nämlich unser Sportchef, am Spieltag zuvor am Knöchel verletzt und dies ließ es nicht zu, dass er auflaufen konnte, wobei auflaufen schon sehr positiv besetzt wäre, aufhumpeln wäre der richtige Ausdruck gewesen. Ergo verstärkten Frank und Tom die 1. Mannschaft, die dann natürlich wiederum bei der 2. fehlten, was man auch deutlich gemerkt hatte.

Beginnen wir mit dem Spiel gegen die Andernacher Gastgeber aus Koblenz. Tom machte ein richtig starkes Spiel gegen Christian Kiefer, trieb diesen im 1. Durchgang gar in die Verlängerung, um dann doch dem jungen und drahtigen Christian in den nächsten Sätzen vor allem technisch unterlegen zu sein. Dennoch zeigte Tom ein beachtliches Spiel gegen den langen Schlacks aus Koblenz. Franks Gegner hieß Jens Weigel, ebenfalls ein junger Squasher mit außergewöhnlicher Ruhe. Vielleicht hätte Frank eine Chance gehabt, wenn er etwas fehlerfreier gespielt hätte, aber es gab mal wieder neben genialen Spielzügen auch unnötige Errors, was Jens mit seinem konstanten und souveränen Spiel nicht beeindrucken konnte. Frank gelangen nur 8 Punkte in 3 Sätzen und Jens war doch der deutlich effektivere Squasher an diesem Tag. Wenn ich die Spiele von Oliver beschreibe, könnte ich zwanglos auf die Schilderungen der Spieltage zuvor verweisen. Denn ich schreibe nichts Neues, wenn ich von 5 Sätzen berichte, in denen Oliver gar nach 0:2 gegen den konditionell doch unterlegenen Peter Holzer Matchball gegen sich hatte, um dann den 3. in der Verlängerung und auch den 4. zu gewinnen, dann aber im 5. äußerst unglücklich mit 11:9 zu verlieren. Oliver hatte Peter absolut im Visier, leistete sich aber gerade im 5. Satz gegen den doch schwerer ventilierenden Peter einige unnötige Fehler, die letztlich Spiel entscheidend gegen uns waren. Schade, aber mal wieder wahnsinnig gekämpft und mit guter Kondition überzeugt! Und auf Position 1 fand sich unser Junior Marius wieder, der aber mit Angel Fernandez den Kürzeren zog, denn sein Gegner spielte ungemein präzise mit überwiegend langen Bällen, in denen er Marius regelmäßig „ausguckte“. Marius rackerte, kämpfte und lief, musste allerdings anerkennen, dass der Koblenzer an diesem Tag nicht zu schlagen war. Fazit: 0:4, aber immerhin durch Oliver 2 Sätze gewonnen.

Das 2. Match gegen Rhein-Neckar brachte Tom die äußerst unangenehme Aufgabe, gegen die niedliche Mai-Ly Nguyen zu spielen. Nicht falsch verstehen: Mai-Ly ist äußerst angenehm, trifft man sie als Gegner vor dem Court. Unangenehm natürlich nur deshalb, weil jeder meint, unser athletischer Tom müsse gegen die zierliche Frankenthalerin sicher nur mit gezogener Handbremse spielen, um den Unterschied zwischen Mann und Frau im Squash-Court (also die körperliche Kraft und die Schnelligkeit des Spiels) auch ergebnismäßig auf den Squash-Score zu bringen. Weit gefehlt! Wer die hübsche Mai-Ly kennt, und dies ist jeder in der südwestdeutschen Squashszene, weiß, dass sie zu den besten Squasherinnen im Lande zählt und Tom genau wusste, dass er Vollgas geben muss. Und selbst dieses Vollgas reichte an diesem Tag nicht aus, um überhaupt nur einen Satz zu gewinnen, denn das saubere, schnelle und konzentrierte Spiel der Pfälzerin stellte Tom vor unlösbare Aufgaben. Tom ist wieselflink und schnell, konnte aber den starken Schlägen seiner Gegnern nichts entgegensetzen. Deshalb zum einen großes Kompliment an das Mädel aus Frankenthal und keine Schande für Tom; an diesem Tag hätten auch viele andere dieses Spiel verloren. Frank spielte gegen den routinierten und abgeklärten Cornel Götz. Die einzelnen Sätze verliefen relativ ausgeglichen und hätte Frank nicht wiederum seine obligaten Fehler gemacht oder diese jedenfalls auf das erträgliche Maß minimiert, wäre es durchaus ein offenes Match geworden. Da dies nicht der Fall war und außerdem der Teer in den Lungen und die kleine Bleiweste um den Körper das ihrige dazu getan haben, blieb es leider erneut bei einem 0:3. Über Oliver schreibe ich nur, dass dieses Mal der 5. Satz wiederum verloren ging, wobei Oliver in dem Match gegen Rainer Tscheschel nunmehr die 1. beiden Sätze gewinnen konnte, den 3. und 4. aber denkbar knapp mit nur 2 Punkten Differenz verlor. Leider steckte das Spiel von Frank auch Oliver an und er hatte einige Unkonzentriertheiten – wären die nicht gewesen, hätte er sicherlich das ausgeglichene Spiel gewinnen können. Dennoch hat Oliver in den bisherigen Spiele gezeigt, dass er derzeit der stabilste und formstärkste Squasher unseres Clubs ist und Hoffnungsträger, dass in bester Besetzung und mit etwas mehr Konstanz die Liga ohne weiteres zu halten sein wird. Schlusspunkt dieser Beschreibung ist das Match unserer neuen Nr. 1 Marius gegen Christophe Le Lan, der aber an diesem Tag doch noch eine Nummer zu groß für unser Riesentalent war. Christophe verfügt über ein großes Schlagrepertoire mit einer beachtlichen Genauigkeit, was Marius bei allem Kämpferherz und guter Spielidee noch etwas fehlt. Dennoch hatte Marius vor allem im 3. Satz die Chance auf einen Satzgewinn, die Christophe dann mit großer Konzentration doch zu verhindern wusste. Also eine Blaupause zum Spiel zuvor: alle verloren 0:3 bis auf Oliver, der für die 2 Ehrensätze sorgte. Leider fielen wir damit den letzten Tabellenplatz, aber nur mit 3 Punkten Rückstand auf Platz 6 und dies dürfte noch gut aufzuholen sein.

Diesmal gibt es sogar Videos von den Begegnungen unserer Mannschaft in Andernach (vielen Dank an dieser Stelle an Thomas Marx vom SC Koblenz):



Und natürlich ein paar Schnappschüsse:

In der Verbandsliga war Rüdiger der Senior, der mit unserem Hoffnungsträger André und den beiden Kids Rudolf und Benedict den Weg in die Pfalz suchte und fand. Das Spiel gegen unsere alten Freunde und Weggefährten aus Homburg sah Benedict gegen meinen alten Kumpel Michael Schwenk deutlich auf der Verliererstraße, wobei Michael durchaus halblang machte. Benedict gelangen so doch einige Pünktchen in den Sätzen, aber dass Michael mit seinem erfahrenen und routinierten Spiel gewinnen würde, war sowieso von Anfang an klar. Benedict hielt sich aber wacker und es scheint, er habe den Schlüssel zu erfolgreichem Squash doch mittlerweile in seinen Händen, denn Ehrgeiz und Trainingsfleiß nehmen deutlich zu. Mit dieser Einstellung wird er ein richtig Guter im Squash werden. Rüdiger hatte gegen den talentierten Marc Hartz doch mehr Schwierigkeiten als erwartet. Marc setzte sich in einem sicheren und ruhigen Spiel gegen Rüdiger relativ deutlichen in 3 Sätzen durch. Nicht anders ging es André, der gegen Christoph Mohr sich zwar im Verlaufe des Spiels deutlich steigerte; als er aber zu seiner Form fand und das Spiel ausgeglichen gestalten konnte, war es schon zu spät. Das 9:11 im 3. Satz half daher nicht weiter. Und ein weiteres Kompliment ist an unseren jungen Rudi zu richten, der gegen das Urgestein aus Homburg Udo Holzmann zumindest in den Sätzen 2 und 3 richtig gut mithalten konnte, dennoch aber auch hier der Unterlegene war. Damit sprang nichts Zählbares heraus, weder ein Punkt- oder ein Satzgewinn, aber dennoch sieht man an den gespielten Punkten, dass wir gegen Homburg angetreten sind.

Das 2. Spiel gegen Frankenthal verlief dann doch etwas ausgeglichener. Benedict hielt wiederum gut gegen Jürgen Schmidt mit und erzielte deutlich mehr Punkte als im 1. Match, was seine steigende Form unterstreicht. Rüdiger hatte gegen Patrick Meppe viel Pech. Die 1. beiden Sätze unterlag er zwar dem Frankenthaler, dann fand er aber zu seinem Spiel, gewann den 3. Satz und hatte im 4. durchaus die Chance auf einen Sieg, musste aber in der Verlängerung die Segel streichen. Im 5. Satz wäre es sicherlich noch einmal ausgeglichen geworden, aber der Konjunktiv hilft nicht und der Indikativ sagt: 1:3. André fand gegen Thorsten Janz sehr gut ins Spiel. Mit harten und recht exakten Schlägen konnte er den 1. Satz für sich entscheiden, um dann aber Thorsten das Spiel überlassen zu müssen, der André „gelesen“ hatte und die nächsten 3 doch bei stärkerer Technik für sich entscheiden konnte. André kämpfte und gab alles, es reichte aber nicht ganz an diesem Tag. Auf Position 1 machte Rudi gegen den routinierten Uwe Wendel das Spiel des Tages. Es waren 5 ungemein enge und ausgeglichene Sätze und die Gesamtpunktzahl betrug 53:52 mit dem Makel, dass der 5. und letzte Satz in der 3. Verlängerung des Spiels mit 12:10 an den Routinier Uwe ging. Rudi hatte ihn komplett auf der Schippe und lediglich die größere Routine sorgte dafür, dass Uwe noch einmal als Sieger hervorging. Rudi hätte den Sieg absolut verdient gehabt und er muss diese ungemein knappe Niederlage wegstecken, um deutlich gestärkt hervorzugehen. Er ist ein Riesentalent, hat die richtige Einstellung zum Sport und wird absolut seinen Weg machen, wenn er sich auf Squash konzentriert und gesund bleibt. Also: weiter so Rudi, Du bist mit Marius und Benedict die Hoffnung unseres Clubs.

Nach alldem Pathetischen bleibt als Ergebnis festzuhalten: außer Spesen nichts gewesen, aber durchaus Erfahrungen gesammelt, die im Verlaufe der Saison durchaus wichtig werden können. Die Oberliga hat eine Pause von gut einem Monat und die Verbandsliga muss wiederum in einigen Tagen in einem Zwischenspieltag antreten.

Verfasser: Kurt Rauch /15.Oktober 2015