Parallel zur Illtal-Open hatte der Verband die Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Oberliga, dem SC Heidenkopf-Saarbrücken II, dem Vizemeister aus Rheinland-Pfalz, dem SC Mainz II, und unserer zweiten Mannschaft als Vizemeister im Saarland angesetzt. Hinzu kam, dass der Verband - aus welchen Gründen auch immer - das Miniturnier in Mainz hat spielen lassen, so dass die beiden saarländischen Teams in die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz reisen mussten, was zwar schlecht für das Weltklima, aber ansonsten gar nicht so schlimm war, denn die Courts der sympathischen Mainzer befanden sich in allerbestem Zustand, so dass dies jedenfalls keine Ausrede für schlechten Leistungen sein konnte.
Bei uns gab es kleinere personelle Probleme: Michael Braun stand nicht zur
Verfügung und auch Rüdiger (Tour d’Europe) und Christoph (Umzugshelfer)
hatten andere Termine. So kam Kurt in dieser Saison zum ersten Einsatz in der
zweiten Mannschaft. Dieser reiste dann auch aus Frankfurt an, wo er tags zuvor
Verwandtschaft besuchte, während die anderen drei (Oliver, Gerhard und Frank)
die mittlerweile gut zu befahrene Strecke vom Saarland nach Mainz problemlos direkt
bewältigten.
Im ersten Spiel traf unsere Mannschaft auf die Heidenkopfer, die ohne
Linkshänder
Frank Wunn antraten. Kurt war schon ganz glücklich, dass er einmal nicht
der Älteste im Court ist, denn Gegner Peter Ries hat noch gut zwei Jahre
mehr auf dem Buckel. Kurt rechnete sich Chancen aus, die jedoch nur partiell existierten.
Nach zunächst ausgeglichenem erstem Satz zeigte es sich schon, dass Peter
einfach fehlerfreier spielte. Bei den recht offenen Ballwechseln war es meist
Kurt, der den entscheidenden Ball versiebte, während Peter souverän
und leichtfüßig die Bälle verteilte. Der deutliche 3:0-Sieg von
Peter war daher Ausdruck einer konstanten und fast fehlerfreien Leistung des Spielers
vom Heidenkopf.
Frank spielte gegen den Tempo-Squasher und Squash-Cosmopliten
Roland Haas, der im ersten Satz erhebliche Probleme mit dem druckvollen und harten
Spiel von Frank hatte. Anschließend jedoch setzte sich das platzierte Druckspiel
von Roland durch und Frank verlor deutlich den Faden sowie das Spiel ebenso klar
mit 0:3. Gerhard hatte den rechten unspektakulär, aber ungemein effektiv
spielenden Thomas Schmidt zum Gegner. Im ersten Satz kam er nicht richtig zurecht,
um
dann aber in den beiden nächsten das Spiel ausgeglichen und offen zu halten.
Leider fand Gerhard nicht zu seiner Form der letzten Wochen, denn sonst wäre
mit Sicherheit ein anderes Ergebnis möglich gewesen. Thomas nutzte die ungenauen
Bälle von Gerhard gnadenlos aus und spielte sicher die beiden Sätze
zu Ende, in denen er aber das Glück des Tüchtigen brauchte, um mit 2:9,
7:9 und 8:9 zu gewinnen.
Damit war das Ziel, mindestens einen Punkt gegen Heidenkopf zu holen, schon
verfehlt.
Wenigstens Oliver auf Position 1 zeigte aber die Form, die er bringen
kann. Gegen den routinierten und variabel spielenden Klaus Maas, den ehemalige
Royalisten, entwickelte Oliver seinen Kampfgeist und es war ein Spiel zu sehen,
das immer auf des Messers Schneide stand. Fast jeder Ballwechsel war offen, ebenso
die Sätze, von denen jeder Spieler in schöner Abwechslung je einen gewann.
Der fünfte Satz war dann völlig ausgeglichen und Oliver verlor diesen
äußerst unglücklich in der Verlängerung. Fazit: durchaus
verdienter Sieg für Heidenkopf, die einfach weniger Fehler spielten und denen
man die Oberligaerfahrung deutlich anmerkte, aber trotz des deutlichen Ergebnisses
von 0:4 und 2:12 Sätzen war der spielerische Unterschied nicht so groß,
wie es das Ergebnis Glauben macht.
Im Spiel gegen Mainz wurde es schon von der Papierform her deutlich schwerer.
Kurt hatte es auf Position 4 mit dem Engländer Rickardo Laing zu tun, der
über unheimlich harte Grundschläge verfügt, was er im ersten Satz
mit 9:4 eindrucksvoll zeigte. Anschließend jedoch ging es ihm wie Kurt im
ersten Spiel, denn Rickardo ließ in der Konzentration nach und ihm unterliefen
viele leichte Volley- und Boastfehler, während Kurt sein Spiel variierte
und die kurzen Bälle besser setzte als zuvor. Das Spiel war zwar weiterhin
offen, aber diesmal war es der Mainzer, der Kurt mit seinen Fehlern das Spiel
leicht machte. Das deutliche Ergebnis der letzten drei Sätze von 9:2, 9:3
und 9:2 für Saarlouis spiegelt nicht wieder, dass die einzelnen Ballwechsel
recht offen waren. Mit diesem überraschenden Sieg im Rücken fanden auch
die anderen Spieler unserer Mannschaft zu ihrer Form zurück, was aber letztlich
nicht reichen sollte, die deutlich stärkeren Mainzer in Gefahr zu bringen.
Frank wehrte sich nach Kräften, hatte aber gegen den ruhig, sachlich und
äußerst sicher spielenden Torsten Messinger keine Chance, einen Satz
zu gewinnen. Gerhard auf Position 2 fand nicht nur seine Form, sondern sogar seine
Hochform, was sich nicht nur spielerisch, sondern auch vokal bemerkbar machte,
denn Gerhard zeigte sich "diskussionsfreudig" wie in seinen besten Zeiten.
Er lamentierte, disputierte, schrie, grummelte und gestikulierte wie Herbert Wehner
selig, vor allem mit dem durchaus souveränen Schiedsrichter Thomas Schmidt,
der ebenso wie Gerhards Gegner, der Ebenfalls-Engländer Marvin
Jennings,
gar nicht genau wusste, was Gerhard die Zornesröte ins Gesicht trieb. Gerhard
spielte durchaus gutes und druckvolles Squash, was allerdings gegen den technisch
und spielerisch ausgereiften Marvin nicht reichte, unter anderem auch deshalb,
weil sich Gerhard einfach durch seine Diskussionen aus dem Rhythmus brachte. Dennoch
hielt er das Spiel eine lange Zeit und vor allem im dritten Satz offen, schaffte
aber ebenso wie Frank keinen Satzgewinn.
Im Spiel der beiden Spitzenspieler
Oliver und Bernd Bracht zeigte sich die
Überlegenheit des Mainzers auf technischem und spieltaktischem Gebiet sehr
deutlich. Oliver war zwar wegen des ersten Spiels schon etwas müde, kämpfte
aber weiter unverdrossen, was jedoch nicht ausreichte, dem eindrucksvollen Squashspiel
von Bernd Paroli zu bieten. Bernd gab ganze fünf Punkte ab und zeigte seinen
großes Potenzial, was selbst für die Regionalliga ausreichen dürfte,
in der Bernd in der Saison auch schon dreimal recht erfolgreich Einsatz hatte.
Ergebnis: 3:1 für Mainz, was sich rein statistisch sehen lassen kann, aber doch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass Mainz einfach eine Klasse stärker war. Dies zeigte sich auch darin, dass Mainz mit genau demselben Ergebnis 3:1 und 11:3 gegen Heidenkopf gewann. Dies wiederum zeigt, dass der Unterschied zwischen uns und Heidenkopf nicht allzu groß war.
Daher: außer Spesen nichts gewesen, herzlichen Glückwunsch an die
sympathischen Mainzer, die in der schmucken Anlage (leider ohne die Möglichkeit,
nach Schlusspfiff der Fußball-Bundesliga um 17.20 h feste Nahrung zu sich
zu nehmen) kräftig feierten. Die übrigen in großer Zahl anwesenden
Gäste der Anlage konnten auch noch das letzte Fußball-Bundesligaspiel
des FSV Mainz 05 bei Bayern München auf Arena verfolgen. So ist es im Sport:
die Fußballer steigen ab und die Squasher steigen auf. Mainz zeigte sich
deutlich als die stärkste Mannschaft der drei und wenn Heidenkopf Glück
hat, wird für sie
auch noch ein Platz in der Oberliga frei bleiben, wenn
nämlich der durch Alzey freigewordene Platz durch sie ersetzt wird. Für
uns heißt es: im kommenden Jahr wird es einen neuen Anlauf für Team
II geben.
Verfasser: Kurt Rauch /19.03.2007