Angesichts des engen Terminplans des Deutschen Squashverbandes blieb uns in diesem Jahr als Termin unserer berühmt/berüchtigten und schon traditionellen Ensdorf Open, die Neunte, ein Wochenende im November, welches einerseits den Vorteil haben sollte, dass wenige Spieler in Urlaub sind, andererseits aber in einer tristen Jahreszeit, exakt gar sonntags auf dem Totensonntag liegt, was aber wiederum leider ziemlich genau auf unsere Stimmungslage passt, denn dieses Turnier war das erste nach Jürgens Tod und dieses Ereignis war an diesen beiden Tagen uns auch immer präsent.
Es
passte dann wie die Faust aufs Auge, dass just an diesem Samstagmorgen der Winter
einbrach, was seit Menschengedenken nicht mehr in den November fiel. Also hegten
wir arge Befürchtungen dahingehend, dass dieses Turnier gar nicht stattfinden
kann. Geplant waren die Ligaspieler für samstags und die Hobbyspieler für
sonntags. Die Meldeliste hatte für samstags 30 Spieler aus Rheinland-Pfalz
und dem Saarland ausgespuckt und wenn man sich die Liste genauer anschaute, waren
Spieler aus weiter Ferne dabei, wie es zumindest für uns der Westerwald,
Mainz und die Gegend um Speyer darstellen. Erfreulich war es, dass der Sportwart
des Verbandes aus Rheinland-Pfalz Anders Kroscky als erster der
Spieler
da war und besonders toll war es, dass er sich bereit erklärt hatte, die
Turnierleitung zu übernehmen, was doch für uns Verantwortliche des Squashclubs
eine deutliche Entlastung darstellte. Anders war professionell ausgestattet, brachte
Laptop und Drucker und die passenden Programme mit und gab eine Turnierleitung
ab, die nicht nur perfekt und souverän, sondern auch äußerst locker
und angenehm war. Hierfür dem sympathischen Studenten aus Germersheim nochmals
unseren
allerherzlichsten Dank. Sodann liefen die Telefondrähte heiß und der
Vorteil des Handyzeitalters zeigte sich deutlich: man wusste ähnlich einer
Navigation, wo sich die einzelnen Spieler befinden, und hatte schnell einen Überblick,
dass letztlich von den 30 angemeldeten Spielern nur vier nicht kamen. Offizieller
Turnierbeginn war 10:00 Uhr und um 12:00 Uhr waren dann alle heil und ohne Blechschäden
hereingeschneit (!). Somit konnten wir zwar mit Verspätung, aber mit doch
fast vollem Teilnehmerfeld das Turnier beginnen.
Es gab ein A-Feld mit den 14 bestplatziertesten Spielern der Rangliste und
ein B-Feld mit 12 Spielern, die im Ranking darunter stehen.
Im B-Feld bildete Anders vier Gruppen und für unseren Club sehr erfreulich
war, dass sich Oliver, Marc Graner und seine Hoheit Präsident Frank jeweils
als Erste der Gruppen durchsetzten. Besonderer Erwähnung bedarf es, dass
unser "relativer" Nachwuchsmann Marc, derzeit in einem Formhoch, sich
in fünf Sätzen gegen den Routinier und erfahrenen Oberligaspieler Roland
Haas durchsetzen konnte. Oliver besiegte den Senior aus Wiesental Walter Jung
und den Junior aus Konz Timo Mühlenthaler und Frank setzte sich gegen den
immer gut gelaunten
langhaarigen
Uwe Wendel aus Beindersheim sowie gegen die einzige Dame des Turniers, Roland
Freundin Silke Thurat durch, die anschließend die Damenkonkurrenz ganz souverän
für sich entscheiden konnte und sogar ein Spiel gegen einen männlichen
Mitbewerber gewann. In der vierten Gruppe war unser Timo als Liganeuling erwartungsgemäß
ohne Chance gegen Frank Petry aus St. Wendel und Benjamin Göttlich aus Konz.
Aber er konnte Erfahrungen sammeln und dies wird ihn weiter bringen.
Diese
Resultate hatten zur Folge, dass im Halbfinale drei Einheimische waren. Im internen
Duell spielte Frank gegen Oliver und hatte nach offenem Spiel gegen einen an diesem
Tag sehr konzentrierten Oliver keine Chance. Bemerkenswert ist das Ritual dieser
beiden, welches im Netz zu publizieren ich mich sehr schwer getan habe, aber das
Insiderwissen wird jetzt Outsiderwissen: die beiden Underberg-Fans tranken schon
vor dem Spiel eine
ganze
Flasche dieses Kräuterelixiers, welches wohl auf Miraculix zurückzuführen
ist und wie Asterix und Obelix bekamen sie ungeahnte Kräfte - wobei man natürlich
berücksichtigen muss, dass eine Flasche Underberg schwerlich in mehr als
einem Schluck getrunken werden kann. Oliver konnte dieses Teufelszeug offensichtlich
etwas besser verkraften als unser wieder an den Tabak in Zigarilloform gewöhnter
Präsident und dies mag ausschlaggebend für den Sieg gewesen sein. Das
zweite
Halbfinale bestritten der völlig nüchterne, wenn auch nikotinversetzte
Marc gegen Frank Petry und hier hatte Marc mal wieder in fünf spannenden
Sätzen die Nase vorn, wobei Frank, der aus St. Wendel, im fünften Satz
etwas Luftnot bekam. Kampflos ging die Bronzemedaille in dieser Gruppe an unseren
Präsidenten und im Finale setzte sich dann doch der euphorische Oliver gegen
den kämpfenden Marc in vier Sätzen durch.
In
den vier Gruppen des A-Feldes dominierten die Favoriten, nämlich der auf
Nummer 1 gesetzte Anders, der gestresste und mit deutlicher Verspätung wegen
Schneeverwehungen angekommene Stefan Alt aus Illingen, der junge Spieler aus Idar-Oberstein
und Physiotherapeut Julian Messerschmidt sowie unser rühriger Pressewart
des Verbandes mit Bundesligaerfahrung Tobias Baab aus Wiesental. Roland belegte
in der Anders-
Gruppe
einen hervorragenden zweiten Platz und in der Endabrechnung Platz 8. Die beiden
Halbfinals sahen die Favoriten Anders und Tobias als Sieger und ein spannendes
und hochklassiges Endspiel über fünf Sätze bot den zahlreichen
Zuschauern, unter anderem auch dem Ensdorfer Bürgermeister Thomas Hartz,
der anschließend auch die Siegerehrung vornahm, hervorragenden Squashsport.
Anders setzte sich knapp, aber durchaus
verdient in einem tollen Krimi durch und erhielt aus den Händen des Bürgermeisters
Pokal, Preisgeld und Sachpreise. Auch die Zweiten und Dritten des A-Feldes wurden
finanziell und sachlich belohnt, ebenso wie die drei Sieger des B-Feldes schöne
Sachpreise erhielten. Auch Silke als Gewinnerin des Damenfeldes strahlte über
die nützlichen Gegenstände, die sie mit nach Hause nehmen durfte.
Zurück
zum Liga-A-Feld: dritter wurde Stefan ebenfalls in einem packenden Fünf-
Satzspiel gegen Julian und die weiteren Platzierungen waren Maurizio Diaz aus
Mainz auf Platz 5, der junge und sehr talentierte Nils Kempf auf Platz 6, Siebter
wurde der Germersheimer Fritz Bus und Achter, wie erwähnt, unser Roland.
Sonntags
waren dann die Laien dran, wobei man zur Klarstellung sagen muss, dass zumindest
vier dieser Spieler von der Leistung her auch in einer Liga spielen könnten.
Diese vier bis fünf sind Stammgäste und machen in aller Regel den Sieg
unter sich aus, was dieses Mal nicht anders sein sollte. 11 Leute hatten sich
gemeldet und die Witterung war sonntags doch so stabil, dass keiner mit der Ausrede
von Schneeverwehungen kommen konnte. Pünktlich um 11:00 Uhr ging es los und
in drei Gruppen spielten die Squasher eine weitere obere, eine mittlere und eine
untere Platzierungsgruppe aus. Erfreulicherweise waren mit Simon Schmitt, Maurice
Rekrut, Benjamin Theobald, Lukas Waßmuth,
Johannes
Thilmont und Marc Fries auch einige jüngere Burschen dabei, die teilweise
über großes Talent verfügen und die Lust am Squashsport bekommen
sollten. Erwähnenswert ist beispielhaft Simon Schmitt, der in der kommenden
Woche im Racket-Quadrathlon bei den Weltmeisterschaften in Deutschland starten
wird und für den in den Disziplinen Tennis, Badminton, Tischtennis und Squash
ein Wettkampf zu bestreiten ist. Speziell im Squash wollte er sich den letzten
Schliff holen und wir sind mal gespannt, ob dies geklappt hat.
In den Gruppen setzten sich erwartungsgemäß die Profis unter den
Amateuren Reimund Seidel, genannt
Otto
(warum auch immer), Andreas Schmidt und Peter Masion durch. Die Plätze vier
bis sechs sollten unser Relax-Chef Volker, Oldie Hannes Maes und besagter Simon
ausspielen, während die anderen Genannten auf den unteren Plätzen landeten.
Erwähnenswert ist vor allem das Spiel um Platz vier zwischen Volker und Hannes,
was sehr an die besten Zeiten von Walter Matthau und Jack Lemmon erinnerte. Die
beiden kannten keine Gnade, kämpften bis aufs Messer und Techniker Hannes
verlor letztlich im fünften Satz nach mehrmaliger Verlängerung das Spiel
gegen unseren technischen noch stark ausbaufähigen, aber kämpferisch
vorbildlichen Volker, der sein Minimalziel, den vierten Platz, damit erreichte
und
dessen
Körpergröße mittlerweile an diejenige von Dirk Nowitzki heranreicht.
Der dritte Platz ging an Peter, der zweite an einen in guter Form befindlichen
Andreas und Dauersieger Raimund-Otto wurde auch dieses Mal wieder Gewinner des
Pokals und ich wiederhole mich jedes Jahr, aber es ist immer wieder faszinierend:
dieser Mensch spielt nur Vorhand, wechselt folglich je nach Seite des Rückschlags
die Schlaghand, was staunen lässt und ihn völlig unberechenbar macht.
Probiert es mal aus, es wird euch nicht gelingen. Etwas früher als samstags
war das Turnier beendet und auch hier wurden vorweihnachtliche Gaben verteilt.
Vielleicht bleibt der eine oder andere junge Spieler bei uns im Club hängen,
dann wäre auf jeden Fall auch ein eigenes Ziel unseres Vereins bei der Durchführung
des Hobbyturniers erreicht.
Für
das Startgeld gab es für die Spieler neben einem hellblauen Turnier-T-Shirt
ein Gutschein für ein Essen, welches Andrea, Volker, Laura und wohl auch
Marius in handwerklich hervorragender Kleinarbeit äußerst geschmackvoll
zubereitet haben. Der Rollbraten mit Kartoffelsalat, Möhrensalat und grünem
Salat war fantastisch. Daher an dieser Stelle einen herzlichen Dank für die
Betreiber des Relax nicht nur für das schmackhafte Essen, sondern auch für
den hohen Einsatz an beiden Turniertagen. Dank auch an unsere vielen kleinen Anzeigenschalter
auf
unserer
Homepage, die ein solches Turnier erst möglich machen, und insbesondere Dank
an unsere beiden großen Sponsoren, IVECO Becker und Schmidt, in Form vor
allem des langjährigen Freundes des Vereins Dietmar Becker, sowie die Commerzbank,
die in wahrlich schweren Zeiten für Banken unserer Ranglistenturnier erstmals
gesponsert haben, besten Dank hierfür den Herren Schäfer und Dorfmann.
Nicht zuletzt gilt auch der Dank den Spendern der Siegerpokale für die Felder
des
Ligaturniers
und für den Gewinner des Hobbyfeldes, den Ensdorfer Bürgermeister Thomas
Hartz, der Landrätin Monika Bachmann und dem Sportminister Klaus Meiser.
Auch diese Institutionen sind immer großzügig, wenn unser Verein Turniere
organisiert. Zum Vorschluss Dank an die vielen Helfer des Clubs, angefangen von
Frank für das Organisieren von T-Shirts und der Hilfe bei den sonstigen kleinen
und großen Dingen um ein Turnier, Oliver für die Unterstützung
im sportlichen
Bereich
und die vielen Sachgeschenke des ehemaligen Getränkegroßhandels Schneider,
Timo (auch Dank für mindestens 1000 Spiegelreflexfotos), Rüdiger und
Marc für die Hilfe an den Turniertagen und insgesamt an alle Spieler, die
trotz der widrigen Verhältnisse nach Ensdorf in die schöne Squashanlage
kamen und die eine hervorragende Stimmung, spannende Spiele und ein harmonisches
Miteinander erzeugten. Eine will ich am Schluss nicht vergessen: die zweite Silke
dieses Berichts, bessere Hälfte unseres Präsidenten,
die mit unermüdlichem Einsatz und absoluter Zuverlässigkeit unsere wunderschöne
Homepage gestaltet, schmückt und betreut und schmackhafte Bollas backt. Fällt
nur ein einziges Mosaiksteinchen aus, gibt es Sand im Getriebe, der dieses Mal
nur kurz zu Beginn der Spiele durch die Witterungsbedingungen kurz rieselte, aber
nichts beschädigte.
(Anm.d.Redaktion: Ein ebenso wichtiges Mosaiksteinchen, ich möchte fast sagen
ein riesiger Findling (im übertragenen Sinne versteht sich;-)) ist natürlich
der Verfasser dieses Berichtes. Dies sollte an dieser Stelle auf jeden Fall erwähnt
sein: ohne die immer wieder unterhaltsamen und informativen Berichte von Kurt
wäre die Webseite des Vereins garnichts! Deshalb sei auch ihm hier für
sein unermüdliches Engagement rund um die Vereinsarbeit, das Sposoring und
die vielen anderen Dinge herzlich gedankt.)
Zurück zu unserem unvergessenen Freund Jürgen: die 9. Ensdorf Open sollten
die Fortsetzung Deiner unermüdlichen und hervorragenden Arbeit werden und
ich hoffe, dies ist uns recht ordentlich gelungen. Ich bin sicher, Du hast zugeschaut
und warst zufrieden!!
Verfasser: Kurt Rauch / November. 2008