Der
letzte Spieltag war ein Ebenbild der insgesamt und komplett verkorksten Saison
für unseren Verein. Dass kein guter (Mercedes-)Stern über uns wachte,
dürfte in der großen Squash-Gemeinde bekannt sein. Am letzten Spieltag
setzte sich dies, verglichen zu unserem großen Schicksalsschlag natürlich
in deutlich kleinerem Umfang, fort, was sich nicht nur durch die Spielerergebnisse
ausdrückt, sondern auch dadurch, dass zur Krönung dieser Saison beim
Heimspiel der zweiten Mannschaft gegen die Freunde aus Germersheim und Mainz direkt
vor unserer schönen Anlage in Ensdorf im Relax die Karosse von Bernd Lintz
aufgebrochen und diesem das Navigationsgerät gestohlen wurde, was neben Aufregung,
Polizei und provisorischer Scheibenerneuerung durch eine rasch herbei geholte
Folie von Gerhard zu einer mit Sicherheit ungemütlichen Heimfahrt der Pfälzer
gesorgt hat. Liebe Jungs, das tut uns unheimlich Leid und es war in der Tat das
allererste Mal, dass ein Fahrzeug auf dem Parkplatz der Anlage aufgebrochen wurde,
aber wir bleiben am Ball und versuchen so weit wie möglich der Polizei zu
helfen, damit die Täter dingfest gemacht werden. So blieb uns zunächst
nichts Anderes übrig, als den navi-losen Bernd wenigstens zur Autobahn zu
eskortieren und den Insassen zu wünschen, dass sie gut angekommen sind und
Bernd unterwegs erklärten, was rechts neben ihm passierte, denn die Folie
war undurchsichtig.
Doch nun zum sportlichen Teil des Berichts, der in seinem ersten Teil des zweiten Teils daran leidet, dass bei unserem vereinsinternen Redaktionsschluss am Sonntag um 16.30 h die Freunde aus Germersheim die Ergebnisse noch nicht eingetragen hatten und dem Schreiber dieser Zeilen daher nur die Schilderungen der – siehe unten – gestrigen Abschlussfeier zur Verfügung standen, also: die erste Mannschaft hatte ihren letzten Auftritt in der Regionalliga-Saison in Germersheim und musste dort gegen die Gastgeber, die SFI (bedeutet: Squash und Fitness-Insel) Boasters (bedeutet: krumme Bälle) Germersheim (bedeutet gute Laune und Weinbau) und den einzigen Konkurrenten aus dem Saarland, die Bundesligareserve der St.-Ingberter aus Wiesental spielen, wobei Oli leider keine Fotos geschossen hat. Und gegen die Saarland interne Konkurrenz sah es gar nicht schlecht aus. Oliver auf Position 4 hatte im ersten Spiel keine Schwierigkeiten mit seinem Gegner und siegte deutlich. Etwas schwieriger war es dann schon für den kurzfristig für unseren Luxemburger Marc, der beruflich derzeit sehr angespannt ist, eingesprungenen Michael Braun, der sich in ungewohntem Outfit gegen den deutlich verbesserten Eric Dabrock ein langes Spiel und fünf Sätze gönnte, um dann doch den fünften zu gewinnen. Der leicht angeschlagene Roland auf Position 2 hatte gegen unseren Vereins Freund Thorsten Schmees trotz aller Versuche keine Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen. Er verlor deutlich. Und auch Stefan auf Position 1 gegen den lange Zeit verletzten, aber nunmehr wieder deutlicher stärkeren jungen Tobias Baab mit dessen technisch und taktisch sauberen und klugen Spiel versuchte läuferisch und kämpferisch alles, musste aber doch anerkennen, dass Tobias an diesem Tag einfach besseres Squash spielte. Damit war aber ein Punkt eingefahren.
Die Mannschaft aus Germersheim war dann letztlich doch eine Nummer zu groß für unsere tapfer kämpfenden letzten Mohikaner. Hier ist bei derzeit eingeschränktem Erkenntnisstand der Nachwelt nur zu überliefern, dass Oli mit seinem Spiel gar nicht zufrieden und Stefan einem sehr starken Axel Stalp unterlegen war. Da auch die anderen beiden Roland und Michael nicht gewinnen konnten, setzte es ein deutliches 0:4 mit dem inoffiziellen Zwischenergebnis, dass damit unsere 1. Mannschaft wegen eines gegenüber Idar-Oberstein II, die gegen die nicht angetretenen Bornheimer ein schweißloses 4:0 schafften, um ein Spiel geringeres Spielverhältnis abgestiegen sein dürfte. Schade, aber in Ausblick auf die nächste Saison verkraftbares Ergebnis.
Und nun zur zweiten Mannschaft, deren Abstieg schon geraume Zeit zuvor
beschlossene Sache war, die aber auch zeigen wollte, dass bei Antreten in stärkster
Besetzung der eine oder andere Punkt mehr hätte herausspringen können.
So trat man am letzten Spieltag sogar mit fünf Spielern an, obwohl Christoph
umzugsbedingt ausfiel. Auf der Position 4 teilten sich Marc Graner und Kurt die
Spiele und guckten sich ihre Gegner beim ersten Spiel als Schiedsrichter heraus.
Marc bekam den Verlierer und Kurt den Gewinner. Gegner waren die jeweils zweiten
Mannschaften oben angeführter Boasters aus Germersheim und des SC aus Mainz,
die relativ knapp zum Spieltag kamen, weil sie etwas die Entfernung von der Landeshauptstadt
von Rheinland-Pfalz
in die Provinz des kleinen saarländischen Dorfs, zwar nicht in Gallien, aber
in einem ähnlichen Gebiet, unterschätzen. Im Spiel gegen Mainz hatte
Kurt auf Position 4 den sympathischen Achim Tresch zum Gegner, der sich als äußerst
schnell und konditionsstark erwies und als ehemaliger Tennisspieler genau diejenigen
Vorteile im Bereich Volley und Stopp hatte, die Kurt gar nicht mag. Der erste
Satz ging dann mit Höchststrafe für Kurt an Achim und im zweiten führte
Kurt, nunmehr besser eingestellt, schon mit 8:4, verlor aber auch diesen, bevor
es im dritten Satz in der Verlängerung nach eine Matchball für Mainz
zum Gewinn von Kurt reichte.
Auch der vierte Satz ging nach ausgeglichenem Spiel an Saarlouis, ehe sich im
fünften Satz die Stärken des Mainzers durchsetzten und er knapp mit
9:7 gewann. Diese Niederlage war umso schmerzlicher, als gleichzeitig Frank gegen
den Mainzer Rickardo Laing ein hervorragendes Spiel zeigte und außer im
zweiten Satz durch sein druckvolles und schnelles Spiel demonstrierte, wozu er
mit konzentrierter Leistung fähig ist. Frank gewann deutlich mit 3:0 und
scheinbar waren es Silkes Muffins (statt der sonst üblichen und ebenso wohlschmeckenden
Bollas), die das richtige Doping für den präsidialen Götter-Gatten
(im wahrsten Sinne des Wortes) waren. Mit etwas mehr Glück im ersten Spiel
wäre
somit
ein Unentschieden schon jetzt klar gewesen. Gerhard musste auf Position 2 gegen
die Super-Hand Kim Müller-Steinbrech antreten und es trafen zwei völlig
verschiedene Spielsysteme aufeinander: der immer und ewig rackernde, kämpfende
und laufende schlanke Gerhard gegen den körperlich stabil gebauten, aber
mit unglaublicher Lauf- und Schlagtechnik versehenen Kim. In den ersten beiden
Sätzen spielte Kim seine technische Überlegenheit aus,
ehe
Gerhard den dritten Satz mit aufopferungsvollem Kampf und leichten Fehlern seines
Gegners für sich entschied. Im vierten Satz wurde aber das Verhältnis
wieder gerade gerückt, denn Kim gewann auch diesen relativ klar und das Spiel
somit durchaus verdient. Und auf Position 1 musste Rüdiger doch relativ schnell
anerkennen, dass sein sympathischer Gegner Marvin Jennings der bessere Squasher
war und Rüdiger merkte dies flott und ließ das Spiel über sich
ergehen, was ihm gerade einmal drei Punkte insgesamt einbrachte.
Gegen Germersheim hatte Marc auf Position vier nach
konzentriertem Spiel relativ wenig Schwierigkeiten mit seinem Gegner Andreas Stelzig,
der eine recht hohe Fehlerquote aufwies. Lediglich im zweiten Satz hatte unser
Jüngster, der die Lust am Squashsport durch den Kauf eines Schlägers
wieder gefunden hat, Schwierigkeiten, dominierte das Spiel aber insgesamt deutlich.
Frank spielte in seinem Match gegen Andreas Seifert nicht ganz so konzentriert
wie im ersten Spiel. Er haderte mit sich, dem Gegner und dem Schiedsrichter und
musste trotz ausgeglichenen Spiels eine deutliche Niederlage hinnehmen. Es lag
nun an Gerhard, gegen seinen „alten“ Gegner Markus Wünstel, dem
er in seinem allerersten Spiel in der Oberliga gar die Höchststrafe verpasst
hatte, den Punkt zum Unentschieden zu erreichen. Nach drei Sätzen sah es
auch gar nicht so schlecht aus, denn Gerhard führte mit 2:1. Dann aber zeigte
Markus doch,
wer
Herr im Court ist und dass er sich gegenüber diesem berühmt-ominösen
ersten Spiel deutlich verbessert hatte. Gerhard fand kaum noch statt, statt Schweiß
kam nur noch Blut – siehe Foto - (aber keine Tränen) und Markus spielte
sich in einen Rausch, so dass auch dieses Spiel mit 3:2 an Germersheim ging. Rüdiger
war sich in seinem Spiel schließlich schnell klar, dass er auf der ungeliebten
Position 1 mit Bernd Lintz einen übermächtigen Gegner hatte, und es
sah zunächst danach aus, als würde er sich in sein Schicksal ergeben.
Wer aber Rüdiger kennt, der weiß, dass er irgendwann einmal, wenn keiner
damit rechnet, den Schalter umlegen und gutes Squash spielen kann. So auch geschehen
im zweiten Satz, als
er
uneinholbar zurücklag, dennoch wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hide sein „Alter
Ego“ zeigte und diesen Satz tatsächlich noch in der Verlängerung
gewann. Damit war das Pulver aber schon etwas feucht geworden und Bernd zeigte
dann in den folgenden Sätzen, wo der Hammer hängt, und Rüdiger
hatte keine reale Chance mehr. Damit lautete das Endergebnis für uns zweimal
1:3 und es war mehr drin, was aber letztlich auch nicht weitergeholfen hätte.
Den
Frust der Saison beendete man dann fast in vollständiger Runde bei unserem
Griechen vom „Poseidon“ in Saarlouis mit viel Knoblauch, Gespräch
und Alkohol und vor allem einem intensiven, mit einer Uzo-Runde symbolisch untermalten
Gedenken an denjenigen, der uns nicht nur an diesem Abend, sondern insgesamt im
Verein fehlt, nämlich Jürgen. Andrea hatte leider keine Zeit zu kommen,
aber die Gedanken sind immer bei ihr und den Kindern.
Für uns gilt es nun, den Kater der Saison zu verarbeiten und zu planen, was in der nächsten Saison wird. Die wohl in Squashkreisen kursierenden Gerüchte, wir würden uns vollständig vom Squashsport zurückziehen, entbehren aber einer realen Grundlage. Es gilt zu prüfen, wie die Abgänge zu kompensieren sind und Fakt ist lediglich, dass noch genügend Spieler da sein werden, um unseren Verein noch am Leben zu erhalten.
Verfasser: Kurt Rauch / 16.03. 2008