Es war nicht das Sturmtief Emma, das als schlechtes Omen über diesem Spieltag
lag. Vielmehr waren es die vielen Absagen, die die Spielführer der ersten
und zweiten Mannschaft vor organisatorische Schwierigkeiten stellten. Unser Luxemburger
Marc musste ohne Verlegungsmöglichkeit arbeiten, der immer zuverlässige
Roland hatte einerseits noch mit einer Erkrankung zu kämpfen und war andererseits
ebenso wie Frank aus der zweiten Mannschaft anderweitig gebunden und Michael war
vorurlaubsbedingt abwesend. So war es unumgänglich, dass die zweite Mannschaft
zwei Stammspieler abgab, die sich zu allem Überfluss auch noch fest spielten
und damit am letzten Spieltag der zweiten Mannschaft nicht mehr zur Verfügung
stehen. Nichtsdestotrotz bekam man acht gesunde und siegeswillige Spieler zusammen,
die in Auswärtsspielen anzutreten hatten.
Die erste Mannschaft spielte in Mainz und dort gegen gleich zwei Heimmannschaften, nämlich den SC der Landeshauptstadt aus Rheinland-Pfalz und den SC aus der Schmuckstadt Idar-Oberstein, nämlich die zweite Mannschaft, die autark ist und ihren Heimspielort dort gewählt hat.
Die Not-4 hatte das erste Spiel gegen die
Idar-Obersteiner zu bestreiten und hier setzte es gleich eine faustdicke Überraschung.
Gerhard, die eigentliche Nr. 2 der zweiten Mannschaft, bestätigte gegen Ulf
Merk seine derzeit überragende Form. Den ersten Satz verlor er knapp, den
zweiten gewann er klar und nach dem verlorenen dritten sah allerdings alles danach
aus, dass Ulf gewinnen würde. Dann setzten sich aber der Kampfgeist und der
unbändige Siegeswillen von Gerhard durch, der die nächsten beiden Sätze
mit 9:6 und gar 9:2 gewann und damit eine deutliche Duftmarke setzte. Rüdiger
hatte es auf Position 3 mit dem ungleich stärkeren Thomas Rohleder zu tun
und Rüdiger merkte
gleich, dass nichts drin ist. So beließ er es bei insgesamt nur drei Punkten
in drei Sätzen und schonte Kräfte, was sich später auszahlen sollte.
Oliver auf der ungewohnten Position 2 spielte gutes Squash gegen Marco Stoffel,
er gewann den dritten Satz, war aber in den anderen beiden dem doch technisch
stärkeren Marco deutlich unterlegen, so dass eine Niederlage in vier Sätzen
die Folge war. Stefan auf Position 1 spielte gegen den ungemein gut in Form befindlichen
Ingo Loefke und Stefan hatte trotz gewohnten Einsatzes nicht den Hauch einer Chance,
überhaupt nur einen Satz zu gewinnen. Die Folge war ein 3:1-Sieg von Idar-Oberstein
II, das den Abstand zu uns auf einen Punkt verkürzte, so dass es am letzten
Spieltag zu einem spannenden Fernduell um den Abstieg kommt.
Im
zweiten Spiel gegen Mainz knüpfte Gerhard an sein gutes Spiel zuvor an, hatte
aber mit Bernd Bracht einen deutlich besseren Gegner. Gerhard schafft es nur,
Satz 3 für sich zu entscheiden, musste sich aber in den anderen dreien dem
doch sichereren Gegner geschlagen geben. Der noch ausgeruhte Rüdiger spielte
gegen Holger Heinlein in den ersten beiden Sätzen gut mit, konnte aber trotz
knappen Ergebnisses keinen dieser Sätze für sich entscheiden. Dies drehte
sich dann ab Satz 3 und Rüdiger fand zu seinem sicheren Longline-Spiel und
brachte seinen Gegner von einer Verlegenheit in die andere. Holger hatte nichts
mehr
zuzusetzen
und Rüdiger brachte die letzten drei Sätze jeweils mit 9:6 unter Dach
und Fach, so dass eine geringe Chance auf einen Punktgewinn gegen Mainz am Horizont
erschien. Oliver hatte es aber wiederum mit einem sehr starken Johannes Krimm
zu tun und obwohl Oliver auch hier hervorragend spielte, konnte er lediglich die
einzelnen Sätze offen halten, ohne aber seinen letztlich besseren Gegner
in Gefahr zu bringen. 0:3 aus unserer Sicht war das ernüchternde Ergebnis.
Und dass
Stefan
gegen die Nr. 1 aus Mainz Mauricio Diaz letztlich keine Chance hatte, war von
vorneherein abzusehen, obwohl Stefan auch hier nicht aufgegeben hat. Mauricio
hatte aber wenige Schwierigkeiten in drei klaren Sätzen, so dass auch hier
ein 3:1 gegen uns zu Buche stand, was letztlich nicht weiterhilft. Am letzten
Spieltag wird sich daher entscheiden, ob die erste Mannschaft aus eigener Kraft
die Klasse halten kann.
Die
zweite Mannschaft bestand daher nur noch aus den beiden Stammspielern Christoph
und Kurt, aufgefüllt aus der ehemals dritten Mannschaft durch Marc Graner
und Benjamin. Man spielte in Güdingen, wo gleichzeitig – wahrscheinlich
wegen der vielen strammen Squasher - ein Aerobic-Event stattfand und mindestens
1000 meist wohl gebaute Mädels hüpften, sprangen und die Anlage querten,
was zu deutlichen Konzentrationsschwächen bei Spielern und Schieris führte,
beim SC Heidenkopf II und gegen den Tabellenzweiten aus Höhr-Grenzhausen,
gegen den man auch gleich beginnen musste.
Benjamin
hatte es mit einem der beiden Christiane zu tun, nämlich mit Christian Weimbs.
Benjamin kämpfte und rackerte wie gewohnt, hatte im 1. und 3. Satz auch die
Möglichkeit, etwas Zählbares zu erreichen, verlor dennoch gegen den
sicher spielenden Christian ohne Satzgewinn. Ähnlich erging es Marc auf Position
3 gegen Christian Comes. Marc hatte dabei die Alternative, ganz ohne oder mit
den Schuhen von Kurt zu spielen und er entschied sich aus gesundheitstaktischen
Gründen für die zweite Alternative, was aber auch nicht viel half,
denn Marc hatte lediglich im ersten Satz die Möglichkeit mitzuspielen. Man
merkt ihm deutlich das fehlende Training und damit die mangelnde Schlagsicherheit
an und in punkto Genauigkeit war Christian ihm doch deutlich überlegen, obwohl
Marc kämpfte und lief wie zu den besten Zeiten, was ber nur zu zwei klitzekleinen
Pünktchen reichte und damit naturgemäß nicht zum Satzgewinn. Das
Spiel der beiden Nummer 2 Kurt gegen den immer bekappten Roland Kuch war eigentlich
eine klare Angelegenheit für Roland, der in allen Belangen besser war, der
aber nicht 100% geben musste und Kurt etwas mitspielen ließ, so dass die
einzelnen Sätze nicht ganz so deutlich ausfielen, wie es im Ernstfall wohl
ausgegangen wäre.
Christoph schließlich musste gegen den jungen, sympathischen und spielerisch
sehr ausgereiften Tobias Giesen erkennen, dass Tobias eigentlich in einer anderen
Liga spielt. Obwohl Christoph sich wehrte und alles probierte, wusste der schnelle
und technisch ausgereifte Westerwälder immer eine bessere Antwort und Christoph
unterlag ebenfalls ohne Satzgewinn, so dass die Höchststrafe mit 0:4 und
0:12 das durchaus erwartete Ergebnis war, obwohl man sich speziell auf Positionen
3 und 4, auf denen man im Hinspiel noch punkten konnte, den einen oder anderen
Satzgewinn ausgerechnet hatte.
Gegen Heidenkopf begann es dann ähnlich.
Benjamin tat sich in den ersten beiden Sätzen gegen den Franzosen Christoph
Chiavazzo sehr schwer. Christophe zeigte aber ein unglaublich gutes Squash und
sich stark verbessert gegenüber der Hinrunde. Erst in Satz 3, als Wut und
Blutdruck bei Benjamin stiegen und er draufhaute, als wenn sein Gegner Lukas hieße,
lief es besser und er brachte seinen Gegner in die eine oder andere Verlegenheit,
ohne aber auch diesen Satz gewinnen zu können. Marc hatte es mit dem druckvollen
Squash eines Roland Haas zu tun und bei Marc klappte es phasenweise recht gut,
ohne den sicheren und abgebrühten Roland in Verlegenheit bringen zu können.
Auch hier war vor allem im 2. Satz zwar ein Satzgewinn möglich, aber letztlich
nicht zu verbuchen. Kurt hatte es mit seinem alten Rivalen, wobei alt in der Tat
wörtlich zu nehmen ist, denn es kommt nicht häufig vor, dass er einen
Gegner findet, da noch älter ist, Peter Ries zu tun. Peter ist unglaublich
drahtig und schnell und dies sind Gegner, mit denen Kurt normalerweise seine Schwierigkeiten
hat. Das Spiel entwickelte sich aber zum letztlich spannendsten dieses Spieltags.
Kurt verlor den ersten Satz deutlich, gewann dann mit einem
Schlägerwechsel
die Sätze 2 und 3, um im vierten Satz wieder seinem Gegner den Vortritt zu
lassen. Im fünften Satz schließlich wirkte Peter doch etwas ermüdet
und ungenau in den Schlägen, was Kurt ausnutzte und diesen Satz mit 9:6 für
sich entschied, was weiter zur Folge hatte, dass wenigstens nach außen sichtbar
wurde, dass die Mannschaft angetreten war. Christoph spielte auf Position 1 gegen
den stark verbesserten und ehemaligen Royal Squasher Klaus Maas, dem man einige
Jahre Oberliga in höheren Positionen deutlich anmerkt und der insbesondere
mit sicheren Grundschlägen und kurzen Bällen sowie Boasts Christoph
das Leben schwer machte. Christoph hatte letztlich keine Chance, seine guten Volleys
und Stopps zu setzen und Klaus gewann überlegen in drei Sätzen, obwohl
er im dritten in die Verlängerung musste und Christoph daher diesen nur mit
Pech verlor. Fazit: Abstieg besiegelt und durch Festspielen in der ersten Mannschaft
zwei Stammspieler verloren, so dass der letzte Spieltag, ein Heimspiel gegen Germersheim
und Mainz, ebenfalls in Notbesetzung angegangen werden muss.
Diese für uns aus bekannten und nachvollziehbaren Gründen, aber auch durch unnötige Ursachen völlig verkorkste Saison sollte bald ein Ende haben……..
Verfasser: Kurt Rauch / 03.03. 2008