Am letzten Wochenende kam es in der Oberliga Südwest zum Show-down.
Unsere
erste Mannschaft, Tabellenführer dieser Liga, fuhr bei winterlichen Temperaturen
ins schöne Idar-Oberstein zum Team unseres Freundes Michael Roller, das als
Tabellenzweiter mit einem Punkt Rückstand am Spieltag zuvor die Freude hatte,
unsere zweite Mannschaft ohne Satzverlust nach Hause zu schicken. Weiterer Gegner
war das Team vom SC Blieskastel, das ihrerseits das Vergnügen hatte, bislang
für den einzigen Punktverlust unserer ersten Mannschaft gesorgt zu haben.
Leider haben mir unsere Freunde aus Idar-Oberstein trotz Zusage die Spielberichte nicht übermittelt, sodass ich diese Berichte aus meinem nicht mehr allzu leistungsfähigen Gedächtnis abrufen muss.
Wie erwartet begann Saarlouis I gegen Blieskastel. Jürgen auf Position
4 hatte es mit dem jungen und ehrgeizigen Benjamin Rohrbacher zu tun, der Jürgen
ganz schön viel Arbeit bereitete. Nach
ausgeglichenen ersten Sätzen
setzte sich jedoch das sicherere Spiel von Jürgen durch und Benjamin unterliefen
einige Fehler zu viel. Jürgen siegte 3:1. Im zweiten Spiel hatte es unsere
Punktebank Roland mit dem ebenfalls noch jungen, aber schon sehr erfahrenen Eric
Moschel zu tun. Roland spielte seine technische und spieltaktische Stärke
souverän aus und Eric konnte sein großes Leistungspotenzial nicht abrufen.
Roland siegte sicher mit 3:0 und damit war ein Unentschieden schon sicher. Thomas
traf auf unseren fleißigen Sportwart Jörg Emser, der es in der Hinrunde
noch fertig brachte, unserem Marc eine Niederlage zuzufügen. Dieses Mal spielte
Thomas seine Schnelligkeit aus und Jörg fand kein richtiges Mittel gegen
das Tempospiel unseres Dauerläufers. Thomas siegte daher ebenfalls, ohne
in
Schwierigkeiten zu geraten, und damit war das Spiel zwischen unserem Luxemburger
Marc und dem wieder auferstandenen Michael Weick nur noch Makulatur. Im ersten
Satz versuchte Marc seine Nickshots und Trickbälle, aber man merkte schon,
dass er nicht so richtig ins Spiel kam. Hinzu kam, dass Michael trotz langer Trainingspause
das Squashspiel nicht verlernt hat. Sichere Bälle, druckvolles Spiel und
großer kämpferischer Einsatzes dominierten das Spiel von Michael, während
Marc es im Verlauf des Spiels immer ruhiger und gleichgültiger angehen ließ
und schließlich sich kampflos in die Niederlage ergab. Dies geschah zwar
nicht zur Freude von Michael, war aber angesichts dessen, dass das Spiel gegen
Idar-Oberstein das Highlight der Saison war, verständlich. Für die Statistik
sei erwähnt, dass Michael 3:0 gewann und Saarlouis I die Pflichtaufgabe gegen
Blieskastel erfüllte.
Heiß ging es dann im Spiel gegen Idar-Oberstein her. Jürgen hatte
dieses Mal
das Vergnügen, mit Robert Yaghoubi den Court zu teilen und der
Schreiber dieser Zeilen kennt aus eigener Erfahrung das Spiel von Robert, der
mit unglaublicher Sicherheit und außergewöhnlicher Technik seine Gegner
reihenweise zur Verzweiflung bringt, damit aber eine äußerst erfolgreiche
Saison spielt. Der sehr ruhige Mann aus Idar-Oberstein traf dann auf einen Jürgen,
der im Verlaufe des Spiels immer unschlüssiger wurde, was er denn nun tun
solle, um Robert in Schach zu halten. Entgegen meiner eigenen Erwartung fiel ihm
aber nicht viel ein und er wurde
immer unsicherer, während Robert mit stoischer
Ruhe sein Spiel abzog und zwar nicht druckvoll, aber ungemein effektiv das Spiel
absolut beherrschte. Jürgen verlor 0:3 und den Glauben an die physikalischen
Gesetze im Squashsport, ich meine Erwartung, dass Jürgen gewinnt, aber auch
den Trost, selbst mehr Punkte erzielt zu haben als Freud Jürgen, was mir
als kleine Freude gegönnt sein soll. Demgegenüber war es im Spiel um
Position 3 richtig spannend. Die beiden Techniker Roland und Michael Dreusicke
spielten äußerst enge Sätze. Roland lag fast immer zurück,
schaffte dann aber wiederum mit seiner Routine und genialen Schlägen
den
jeweiligen Satzgewinn, sodass Michael als ebenbürtiger Gegner, aber mit Unkonzentriertheiten
am Ende der Sätze am Schluss mit leeren Händen dastand und 0:3 verlor.
Für ihn schade, aber für uns gut, denn nunmehr war der Sieg oder ein
Punkt noch möglich. Das Marathonmatch fand auf Position 2 statt. Thomas traf
auf dem jungen Fünfsatzspezialisten Julian Messerschmidt und es sah zunächst
alles danach aus, dass Julian seinem Ruf alle Ehre macht. Die ersten beiden Sätzen
waren ausgeglichenen, wobei schon zu Beginn auffiel, dass Thomas sich dem Spiel
seines Gegners anpasste und lange Ballwechsel mit langen Bällen bevorzugte,
was nicht unbedingt sein typisches Spiel ist. Julian ging die Ballwechsel mit
und sobald Thomas attackierte, war immer die Gefahr eines Punktverlustes gegeben,
denn die schnellen Hallen in Idar-Oberstein waren ungewohnt für unsere Spieler.
Der dritte Satz ging in die Verlängerung und Thomas verlor etwas unglücklich,
wobei sich zeigte, dass nach langen Ballwechseln beide Spieler leichte Fehler
machten. Im vierten Satz war es wiederum spannend, aber dieses Mal hatte Julian
das glücklichere Händchen und sein technisch etwas reiferes Spiel setzte
sich gegen das Tempospiel von Thomas durch, der nicht wie gewohnt attackierte.
Julian gewann damit 3:1. Zum Abschluss gab es dann das lange erwartete Match der
beiden spielerisch und technisch stärksten Spieler der Klasse, dem Idar-Obersteiner
Chef Michael Roller und Marc Thrill, dem vielfachen Luxemburger Meister in unseren
Reihen. Es Entwickelte sich ein Spiel auf technisch höchstem Niveau, das
zunächst Michael im Vorteil sah, der weniger Fehler machte, nicht so riskant
spielte die
Marc und den ersten Satz gewann. Mit äußerst druckvollem
Spiel gewann Marc den 2. Satz, ehe wiederum Michael mit weniger eigenen Fehlern
Satz 3 gewann. In Satz 4 drehte Marc auf und zeigte zunächst seine beste
Leistung, als er mit Nickshots und spektakulären Bällen 8:1 führte
und den Satz sicher im Griff zu haben glaubte. Dann kam es aber zum entscheidenden
Fehler, denn erließ genau in dem Umfang mit seiner Konzentration nach, wie
Michael Gas gab. Punkt für Punkt holte Michael auf und Marc, konditionell
schon etwas angeschlagen, wusste sich keinen Rat mehr. Bei 8:8 kam es noch mehrfach
zum Aufschlagwechsel, eher Michael den Sack zumachte und unter großem Jubel
den Sieg gegen Marc und den Gesamtsieg seiner Mannschaft gegen unser Team feierte.
Damit hatte das ungemein sympathische Team aus Idar-Oberstein die Tabellenführung
erobert, zumal sie
auch gegen Blieskastel mit 4:0 gewannen, und dürfte sich
die Meisterschaft am letzten Spieltag nicht mehr nehmen lassen. Herzlichen Glückwunsch
von dieser Stelle von unserem gesamten Club. Ihr habt es absolut verdient, ihr
ward die besten und wir gönnen euch den Titel von Herzen. Trostpflaster ist
zweifelsohne, dass wir beide jetzt in die Regionalliga aufsteigen und dort aufeinander
treffen, was mit Sicherheit wiederum viel Spaß macht.
Verfasser: Kurt Rauch / März 2006