Für unser Regionalligateam war es das letzte Heimspiel der Saison, das in
unserer schönen Anlage bei Andrea und Volker, im Ensdorfer RELAX, stattfand. Wahrscheinlich gerade deswegen und wegen Jürgens Aversion gegen Fotoapparate (vgl. die Vorberichte: running gag!) wurde die Presse auf uns aufmerksam und so fand sich ein Fotoreporter der Saarbrücker Zeitung ein, um dieses Ereignis für die Nachwelt festzuhalten. Gegner waren die Spieler aus Germersheim, ihres Zeichens Tabellenzweiter und daher für uns eigentlich unerreichbar, sowie die teilweise aus Oberligazeiten bekannten Jungs aus dem Westerwald, konkret aus Staudt-Höhr-Grenzhausen.
Zunächst war das Spiel gegen den Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt,
den Tabellenvorletzten aus dem Westerwald, angesagt.
Hier traf Jürgen auf
Thomas Wolf und man rechnete sich eigentlich gute Chancen aus. Jürgen allerdings
kam, wohl offensichtlich zu sehr beschäftigt mit seinen theoretischen Pflichten
als Fotograf, die wahrzunehmen ihm immer noch schwer fällt, nicht in sein
Spiel, wirkte unkonzentriert, und Thomas spielte sein Repertoire sicher und fast
fehlerfrei durch. Die Folge war eine in dieser Höhe doch überraschende
0:3-Niederlage von Jürgen, bei der es in keinem Satz knapp wurde. Auf Position
3 konnte Roland trotz zweiwöchiger Trainingspause wegen Beschwerden an der
Achillessehne an seine hervorragende Form der Rückrunde anknüpfen. Gegner
Olaf Wille machte
es unserem Sonnyboy nur im zweiten Satz schwer, in dem Roland
in die Verlängerung musste und dort glücklich die Oberhand behielt.
Die anderen Sätze dominierte er mit seinem variablen und technisch hochwertigen
Spiel und somit war der Patzer von Jürgen ausgeglichen. Zum spannendsten
Spiel des Tages kam es auf Position 2 zwischen den in der Spielanlage und den
läuferischen Fähigkeiten sich ähnelnden Stefan und Thomas Köhler.
Es entwickelte sich ein kampfbetontes Laufspiel, in dem keiner entscheidend davonziehen
konnte. Nach dem
Satzausgleich von 2:2 war der fünfte Satz an Spannung nicht
zu überbieten. Es ging in die Verlängerung, Stefan hatte Matchball,
vergab diesen aber etwas leichtfertig, so dass schließlich Thomas mit 10:9
glücklich, aber nicht unverdient die Oberhand behielt. Damit war der geplante
Sieg nicht mehr zu erreichen, aber Marc auf der Position 1 ließ gegen Tillmann
Specht nichts anbrennen. Unser Luxemburger spielte konzentriert, auf technisch
bekannt hohem Niveau und ohne größere Fehler. Er siegte mit 9:1, 9:4
und 9:5 völlig ungefährdet. Dennoch betrachtete man den Gewinn nur eines
Punktes nicht unbedingt als Erfolg und man trauerte den Chancen von Stefan nach.
Im zweiten Spiel gegen Germersheim rechnete man sich eigentlich nichts aus.
Es begann aber furios. Jürgen hatte seine mentale Platine vollständig
ausgetauscht. Gegen seinen vor Namensvetter Schmitt legte er los wie die Feuerwehr,
spielte konzentriert und souverän und hatte nur im dritten Satz ein Tal,
das Jürgen Schmitt gleich zu einem souveränen Satzgewinn ausnutzte.
Ihm nutzte dies allerdings nicht viel, denn im vierten Satz fand Jürgen wieder
zu seinem schnellen Volley- und Stoppspiel und das Ergebnis wurde doch sehr deutlich
(9:5, 9:3, 1:9, 9:2). Roland machte es gegen André Guldi äußerst
spannend. Nach vier absolut synchronen Sätzen (5:9, 9:5, 9:7, 7:9) ließ
sich in einem ausgeglichenen Spiel kein Favorit ausmachen. Der fünfte allerdings
zeigte Roland mit Konzentration, Siegeswillen und technischer Überlegenheit
und dieser war der klarste im gesamten Spiel, erfreulicherweise für Roland
(9:4). Damit war schon ein Punkt gegen den großen Favoriten gesichert. Stefan
auf Position 2 fand allerdings kein Mittel gegen den sehr starken Axel Stalp,
der souverän gegen unseren Dauerläufer mit 3:0 und insgesamt nur acht
Punkten für Stefan gewann. Im Spitzenspiel gegen den überragenden Nr.-1-Spieler
aus Germersheim Sven Peter gab man Marc keine Chance. Um so überraschender
war man dann, dass der erste Satz völlig ausgeglichen war und Sven etwas
nervös wirkte. Sven gewann diesen zwar denkbar knapp in der Verlängerung
mit 10:9, aber Marc roch Lunte. Folge war, dass Sven im zweiten Satz noch unruhiger
wurde und Marc diesen mit 9:5 deutlich gewann. Wer nunmehr eine Sensation witterte,
sah sich aber enttäuscht, denn in den Sätzen 3 und 4 spielte Sven seine
spielerische, taktische und auch konventionelle Überlegenheit aus und standesgemäß
war das Ergebnis dieses Spiels 3:1 für Germersheim, aber Marc spielte zwei
wirklich gute Spiele an diesem Spieltag. Die Ausbeute waren somit insgesamt zwei
Unentschieden und damit zwei Punkte gegen den Abstieg und das Ziel wurde erreicht,
zumal Staudt gegen Germersheim mit 0:4 verlor und man damit noch einen Punkt Vorsprung
auf Staudt gutschreiben konnte.
In der Saarlandliga hatte es unsere zweite Mannschaft, Tabellenzweiter punktgleich mit Blieskastel, ohne zwei (Oliver, Michael Braun) zunächst mit Malstatt, die zwischenzeitlich in die Anlage in Güdingen ausgewichen sind, und Wiesental III zu tun. Gegen Wiesental, das ohne die berühmt-berüchtigten Brüder Lofi (ihres Zeichens Stoppkünstler) antrat, lief zu Beginn alles nach Plan. Zu erläutern ist, dass der Plan derjenige war, keinen Satz mehr abzugeben, um im indirekten Vergleich Blieskastel nicht weiter davon ziehen zu lassen. Rüdiger hatte nicht die geringsten Schwierigkeiten mit Günter Schwarz und Christoph auf Position 3 hatte ebenfalls keinerlei mit Thomas Baab, der mit dem Spiel von Christoph überhaupt nicht zurechtkam. Nach den ersten beiden Spielen hatte Wiesenthal einen einzigen Punkt gemacht. Anders lief es dann schon auf Position 2, auf der Frank zunächst loslegte wie ein Weltmeister und seinen Gegner Markus Rupp in den ersten beiden Sätzen überrannte. Der dritte verlief dann doch etwas ausgeglichener, auch weil Frank im Gefühl des sicheren Sieges es etwas lockerer angehen ließ. Dieser Satz ging aber dennoch mit 9:6 an Frank. Position 1 bekleidete Gerhard und bei ihm war man sich eigentlich relativ sicher, dass er sich keine Blöße gibt, da er bislang noch kein Spiel verloren hat. Gegen den langen Ralph Moses, der sehr konstant und ausgeglichen spielte, lief es aber anders als geplant. Nachdem Gerhard den ersten Satz knapp gewonnen hatte, verlor er aber immer mehr den Faden und Ralf steigerte sich immens. Er hat fand kein Mittel mehr gegen die Reichweite von Ralph, wurde immer unruhiger und hatte letztlich keine Chance mehr. Die letzten drei Sätze verliefen deutlich zu Gunsten von Wiesental: 9:4, 9:4, 9:5. Damit war das eingetreten, was man eigentlich vermeiden wollte, aber dennoch war das minimale Ziel eines Sieges erreicht.
Besser ging es dann aber gegen Malstatt. Rüdiger hatte gegen Jens Ecker nur im ersten Satz ansatzweise Schwierigkeiten, gewann aber die beiden anderen Sätze mit seinem gewohnt sicheren Longline-Spiel jeweils zu Null. Ähnlich lief es bei Christoph gegen Frank Wobido. Christoph konnte sogar mit etwas angezogener Handbremse spielen, um seinen Gegner deutlich auf Distanz zu halten. Enger wurde es schon auf Position 2, als unser linkshändiger Zigaretten- und kleine-Fläschchen-mit-grünem-Kopf-Vernichter und Vereinskönig Frank gegen den Chef der Mannschaft aus Malstatt Matthias Diehl doch die eine oder andere Schwierigkeit bekam. Nach ausgeglichenen ersten beiden Sätzen setzte sich aber das druckvolle Spiel von Frank letztlich durch und er gewann noch mit 3:1 gegen einen starken Matthias. Gerhard schließlich hatte erneut Schwierigkeiten im Match gegen den Südwest-Weltenbummler in Sachen Squash und Sportverkäufer, den Verbandspräsidenten Wolfgang Summer. Der lustige Wolfgang machte es für Gerhard gar nicht lustig. Gerhard sah zwar schon nach 2:0-Sätzen und Verlängerung im dritten wie der sichere Sieger aus, diesen dritten verlor er ebenso wie etwas deutlicher den vierten, um dann aber im fünften sich noch einmal zu konzentrieren und diesen mit 9:5 für sich zu verbuchen. Fazit: zwei eingeplante Siege, aber leider ein Satzverlust, der um so schmerzlicher ist, weil Blieskastel in seinen beiden Spielen keinen Satz abgab.
Die dritte Mannschaft hatte es in derselben Klasse mit Homburg II und St. Wendel
II zu tun und beim Einlaufen in die schöne Anlage in Bexbach sah man schon
jede Menge Betrieb, denn der Verband hatte zwangsläufig einen Doppelspieltag
dort angesetzt. Gut war nur, dass die anderen Mannschaften, u.a. die jungen Mädels
aus Wiesental, die fast permanent verkabelt waren, eine Stunde früher angefangen
hatten und man somit, auch wegen teilweise klarer Spielergebnisse, noch zu normalen
Zeiten mit dem Spieltag fertig wurde. Ohne Alex und Harry erhoffte man sich dennoch
zwei Siege. Im ersten Spiel gegen St. Wendel spielte unser Musterkörper Stefan
Cavelius, von Profession Masseur, was beim
Altersdurchschnitt unserer Squasher
äußerst hilfreich sein kann, äußerst konzentriert gegen
den noch unerfahrenen Jens Schillinger. Stefan ließ gerade mal vier Gegenpunkte
zu. Auf Position 3 spielte Benjamin gegen die sehr starke Katja Juncker und Benjamin
hatte in den Sätzen 1 und 3 mehr Schwierigkeiten als erwartet. Letztlich
setzte sich doch dass druckvollere und schnellere Spiel von Benjamin durch, obwohl
Katja durchaus ihre Chancen hatte. Das interessanteste Spiel, wenn auch nicht
unbedingt das beste, lieferte Marc Graner gegen den in Spielanlage und läuferischen
Fähigkeiten ebenbürtigen Michael Gräber. Die beiden spielten circa
eine Stunde und kein Satz endete mit einer Differenz von mehr als zwei Punkten.
Zwar ging es teilweise nur nach dem Motto zu: Hauptsache weg mit dem Ball, aber
es gestalteten sich doch recht spannende und ansehnliche Ballwechsel mit Marc
als glücklichem Sieger nach vier Sätzen. Kurt auf Position 1 hatte es
dann mit dem alten Bekannten Lars Haßdenteufel zu tun. Nach einem Abtasten
im ersten Satz spielte Lars aber unkonzentriert und fehlerbehaftet, was dem Spiel
von Kurt entgegenkam, der die Partie recht deutlich und ohne in Gefahr zu geraten
mit 9:5, 9:1, 9:0 für sich entschied.
Im zweiten Spiel gegen Homburg traf zunächst Stefan auf Bernd Moog. Der
junge Homburger machte es Stefan recht schwer, aber Stefan spielte an diesem Tag
überlegtes und variables Squash. Bernd hatte zwar seine Chancen, vor allem
im ersten Satz, den er 9:1 gewann, aber dann machte Stefan richtig Druck und die
nächsten drei Sätze gingen deutlich an ihn.
Auf Position 3 fand Benjamin
nicht zu seinem Spiel. Allerdings war Linkshänder Marc Hartz, der durch Turniere
trotz seiner Jugend eine große Routine erworben hat, letztlich zu stark.
Nach ausgeglichenem erstem Satz setzte sich Marc durch und gewann deutlich mit
3:0. Unser Marc hingegen auf Position 2, derjenige mit Feuer auf der Wade, hatte
es mit dem Spielführer aus Homburg, Christoph Mohr, zu tun und es bedurfte
schon einer deutlichen Leistungssteigerung, um dieses Spiel mit 3:9, 2:9, 8:9
aus Sicht des Homburgers zu gestalten.
Marc siegte also mit 3:0. Auf der Position
1 kam es mal wieder zum Duell zwischen den Senioren beider Mannschaften, nämlich
Michael Trautmann und Kurt. Michael, gelernter Intensivkrankenpfleger und damit
prädestiniert als Gegner unseres „Vereinsältesten“, der
noch im Donnerstagstraining den beiden Sausäcken und Glückspielern im
Squash-Court Frank und Rüdiger jede Menge Biere spendieren musste (wartet
ab, die Rache ist mein !!!!!!), spielte im ersten Satz sehr stark und ging in
Führung. Dass er diese Führung nicht zu einem Satzgewinn nutzen konnte,
lag zum einen an kleinen Fehlern im Spiel bei Michael und zum anderen an etwas
sicherer werdenden Bällen von Kurt, was sich in den nächsten beiden
Sätzen auch weiter durchsetzte. Michael wurde in seinen Schlägen noch
ungenauer und Kurt ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ergebnis:8:10,
6:9, 1:9-Niederlage für Michael und damit 3:1 für unsere dritte Mannschaft.
Schlussfolgerung aus diesem Spieltag: er war äußerst erfolgreich, denn keines der sechs Spiele ging verloren, was in die Annalen des Vereins eingehen dürfte. Die erste Mannschaft wahrte die Chance auf den Klassenerhalt und die anderen beiden Teams spielen oben in der Verbandskläger mit. Was will man noch mehr!
Verfasser: Kurt Rauch / 5.02. 2007