Der letzte Spieltag der Hinrunde war der erste Spieltag, der zu einem Zusammentreffen unserer beiden Mannschaften gegeneinander in der Verbandsliga Südwest führte. Sinnvollerweise fand dieses Match auch in unserer Anlage im RELAX in Ensdorf statt und da man nicht ganz einsam und alleine gegeneinander spielen sollte und wollte, lud man sich, wie in der Vorweihnachtszeit üblich, noch Gäste ein, dieses Mal die illustre Truppe der dritten Mannschaft aus Idar-Oberstein, die das Kunststück fertig brachte, mit einem Team anzutreten, dessen Altersdifferenz zwischen jüngstem und ältesten Spieler 53 Jahre betrug! Dazu später mehr.
Nach einer gesprächsintensiven Woche trat unsere erste Mannschaft erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung an, d.h. mit den ersten Vieren der Setzliste, wobei aber Marc wegen einer Erkältung und Frank wegen seiner diversen orthopädischen Unregelmäßigkeiten nicht ganz im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, dies aber - auch dies sei vorausgeschickt - sich nicht anmerken ließen. Im ersten Spiel kam es direkt zum Kellerduell zwischen unserem Team II und den Gästen. Hier setzte einmal
mehr Marius ein Ausrufezeichen, indem er den unwesentlich älteren Jonas Ambrosius in einem starken Spiel in drei Sätzen sehr deutlich auf Distanz hielt. Marius wird immer besser und wird uns künftig noch sehr viel Freude bereiten, solange er sich auch nicht durch die Trainingsspiele gegen seinen Vater Volker aus der Ruhe bringen lässt, bei denen zwei Ehrgeizlinge aufeinander treffen, von denen der eine (der ältere) genauso viele Kenntnisse von den LET-Regeln hat wie die FDP davon, Wählermassen hinter sich zu bringen. Aber auch das wird Marius weiter bringen.
Das nächste Spiel gab zwar einen kleinen Rückschlag, weil Markus gegen den erfahrenen Wolfgang Heu in drei Sätzen keine echte Chance hatte. Hoffnung flammte aber wieder auf, als Stefan, unser Masseur und Baldeigentümer des betagten VW Lupos des ebenso betagten Vereinschronisten, gegen den Senior des Spieltags, den 69-jährigen Reinhold Jakob, den ersten Durchgang doch relativ deutlich gewann. Diese Hoffnung zerstreute sich aber im Herbstnebel so schnell wie sie gekommen war, denn in den folgenden Sätzen zeigte sich, dass Reinhold einfach weniger Fehler spielte und Stefan mangels Trainings und Spielroutine die Linie vollständig abhanden kam. Alleine die Return-Fehler waren für diejenigen, die welche hatten, haarsträubend, und die Niederlage daher
eigentlich unnötig, obwohl Reinhold flink auf den Beinen war und technisch ansprechendes Squash spielte, letztlich daher verdient gewann. Auch machte auf Position 1 Sascha Hoffnung, indem er dem Routinier Rainer Hagner den ersten Satz abnahm, dann aber die Bälle nicht dorthin spielte, wo der Gegner nicht war, sondern es Rainer relativ leicht machte, der Spiel zu übernehmen. Dies nahm dieser dankend an und Sascha verlor dann doch, wenn auch knapp, die folgenden drei Sätze trotz großen Kampfs. Fazit insgesamt: gut gekämpft, teilweise auch gut gespielt, aber mangels Routine verloren. Dennoch: dies macht Mut, dass man nicht ganz jungfräulich die Saison verlässt.
Klarer wurde es sodann im unmittelbaren Aufeinandertreffen der beiden Club-Mannschaften. Marius machte es aber Rüdiger, genannt der Tiger, im ersten Satz sehr schwer, denn Marius spielte brillantes Squash und Rüdiger musste
erkennen, dass Tiger auch mal zahnlos sind und gutes Squash an diesem Tag nicht ausreichte, sondern er sehr gutes spielen musste, um Marius auf Distanz zu halten. Dies tat Rüdiger dann in seiner unnachahmlichen Art in den folgenden Sätzen, indem er sein Potential und das exakte Longline-Spiel perfekt umsetzte und Marius daher aus der Defensive nicht mehr herauskam. Ein sehr spannendes, intensives und gutes Spiel sah daher mit Rüdiger einen verdienten Sieger und mit Marius einen zu lobenden Verlierer. Markus auf Position 3 hatte gegen Frank keine echte Chance, denn Frank diktierte und dominierte das Spiel und gewann trotz seiner Unpässlichkeit deutlich in drei Sätzen. Der infektiöse Marc musste sich gegen Stefan doch stark strecken, um in vier Sätzen zu gewinnen, wobei Stefan im dritten Satz, den er gewann, seine Fehler reduzieren konnte. Oliver hatte schließlich gegen Sascha nur im zweiten Satz Probleme, bei dem er in die Verlängerung gehen musste, insgesamt zeigte sich aber, dass Oli trotz geringen Trainings mit seinem schnelleren und harten Spiel Sascha von einer Verlegenheit in die andere brachte und obwohl Sascha wieder kämpfte wie ein Löwe, behielt Oliver mit all seiner Ruhe die Kontrolle in diesem Spiel. Also: 4:0 für Team I, aber immerhin zwei Sätze gewonnen.
Im letzten Spiel zwischen Saarlouis I und Idar-Oberstein wurde es ganz deutlich: Rüdiger hatte mit Jonas keine Schwierigkeiten, Frank besiegte Wolfgang klar in drei Sätzen und Marc hielt den Senior Reinhold ebenfalls in drei Sätzen, wenn auch etwas knapp, auf Distanz. Oliver und Rainer zeigten auf Position 1 ein gutes Spiel mit knappen ersten beiden Sätzen, wobei dann aber Oliver mit
seinem druckvollen und schnellen Spiel den dritten Satz deutlich gewann und insoweit die Ehre wiederherstellte, als Idar-Oberstein gegen Team I deutlicher verlor als Team II, was wiederum zeigte, dass die beiden Tabellenletzten der Liga nicht weit auseinander sind und mit etwas mehr Fortune auch für die zweite Mannschaft ein Punktgewinn möglich gewesen wäre.
Fast hätte es auch an diesem Spieltag keine Bilder gegeben, denn der Schreiber dieser Zeilen, der köstlich darüber gespottet hatte, dass wohl kein anderer in der Lage sei, einen Fotoapparat zu bedienen, musste kleinlaut
feststellen, dass auch er diese Technik nicht vollständig beherrscht, denn zwar hatte er einen Fotoapparat dabei, da die Batterie aber leer war, funktionierte dieser nicht. Unser Neu-Spieler Harald Fries, der sich nach gefühlten 50 Jahren Squashsport in unserem Verein ohne Ligaspiel und Let-Kenntnisse, dafür aber mit Instinktsport und einem perfektionistischen Volley-Spiel endlich breitschlagen ließ, in der Rückrunde unsere Mannschaften zu verstärken und die Gegner anderer Vereine, nicht nur die Squasher unseres Clubs zur Weißglut zu squashen, half mit einem zufällig anwesenden Fotoapparat aus und die Hoffnung liegt darin, dass dieser auch in der Lage sein wird, unserer Webfee Silke diese Fotos zu übermitteln. (Anm. d. W.F.: war er J) Sollte er dies schaffen, werdet ihr Bilder sehen, wenn nicht, wäre die Zeit angebrochen, einen Gerichtszeichner zu unseren Spielen mitzunehmen.
Noch etwas am Ende: unsere Weihnachtsfeier fand bereits eine Woche zuvor statt. Wie üblich bei dem Stamm-Griechen POSEIDON in Saarlouis gab es nicht nur leckeres Essen, sondern auch fantasievolle Wichtel, die die immerhin 14 anwesenden Teilnehmer austauschten, ohne größere Verletzungen ausprobierten und mit nachhause nahmen. Und zum Trost: hierzu gibt es garantiert digitale Bilder, die Ihr hier betrachten könnt.
In einer Zeit der Unruhen und Wirren im großen und kleinen und ganz kleinen Universum wünsche ich allen unseren Vereinsmitgliedern, Freunden und Gästen unserer Homepage, den Squashern und –rinnen im Lande und außerhalb, ein frohes und friedvolle Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches und harmonisches neues Jahr. Zieht mal die Handbremse, übt Gelassenheit und kommt zu Euch –Entschleunigung heißt wohl das dazu passende, aber schreckliche Modewort deutscher Sprache; wir treffen uns - hoffentlich - mit neuen Kräften und regeneriert im Jahr 2012.


Verfasser: Kurt Rauch / 12.Dezember 2011