Es fällt zwar schwer, nach dem Tod von Jürgen zum Squashalltag überzugehen, aber zum einen gehen das Leben und der Sport weiter und zum anderen wollen wir im Sinne Jürgens weitermachen und für ihn gab es kein Aufgeben. Also Leute, volle Kraft voraus!
Die erste Mannschaft hatte, wenn auch zum letzten Mal für diese Saison,
Heimrecht und musste gegen den Tabellennachbarn aus dem Westerwald, den SC Staudt,
sowie den starken Tabellenführer aus der Pfalz, den SC Bornheim antreten.
Dieses Mal gelang sogar, bis auf den verletzten Michael Braun, der Auftritt der
derzeit vier stärksten Spieler, und besonders froh war man, dass Marc aus
Luxemburg anreisen konnte und damit die Mannschaft doch deutlich verstärkte,
zumal die anderen eine Position tiefer spielen konnten.
Gegen
den Tabellennachbarn aus Staudt wurde es wie erwartet sehr spannend. Oliver auf
Position 4 hatte es mit Olaf Wille zu tun, der ihm an diesem Tag aber nicht gelegen
hat. Oliver zeigte sich im Training stark verbessert und konstant, aber in diesem
Spiel konnte er seinen Druck nicht ausüben, weil sein Gegner den Druck immer
wieder aus dem Spiel nahm. Oliver machte zudem viele leichte Fehler und der Westerwälder
siegte deutlich in drei Sätzen. Roland auf Position 3 musste gegen das HB-Männchen
im Court, den diskussionsfreudigen Thomas Wolf antreten, der außerhalb des
Courts die friedlichste Person ist. Roland hatte trotz
berufsbedingtem
Trainingsrückstand einen guten Tag erwischt und ließ Thomas nicht die
Spur einer Chance, er siegte klar in drei Sätzen. Das Spiel des Tages fand
auf Position 2 zwischen unserem Dauerläufer und Konditionswunder Stefan sowie
dem äußerst sympathischen Thomas Köhler aus Staudt statt, seinerseits
technisch ebenfalls sehr beschlagen und mit druckvollen Spiel ausgestattet. Jedem
der beiden gelangen zunächst zwei Satzgewinne und der fünfte Satz war
an Spannung kaum zu überbieten. Es ging nach abwechslungsreich Spiel in die
Verlängerung und hier hatte Stefan mit 10:8 das glücklichere Ende für
sich.
Dass schließlich Marc auf Position 1 gegen den starken Tilmann Specht auf
verlorenem Posten stehen würde, war vorauszusehen, zumal Marc auch etwas
dem Trainingsrückstand hinterher laufen musste. Immerhin war der begehrte
Punkt gegen Staudt eingefahren.
Dass der Tabellenführer aus Bornheim eine Nummer zu groß sein würde,
war zu erwarten. Dennoch hätte man mit etwas mehr Glück auch noch ein
Unentschieden erreichen können.
Oliver
wachte auf Position 4 gegen Peter Schneider erst in den Sätzen 2 und 3 richtig
auf, hielt dort lange Zeit gut mit, konnte aber dennoch die 0:3-Niederlage nicht
verhindern. Roland auf Position 3 konnte drei Sätze lang gegen Gernot Fess
mithalten, brach dann aber im vierten ein und musste trotz guter Leistung mit
1:3 die Segel streichen. Stefan war es wieder, der mit unbändiger Kraft und
Schnelligkeit Bernd Magin in vier Sätzen, den letzten mit 9:7, buchstäblich
niederrang und der damit für den Ehrenpunkt sorgte. Unser Spitzenspieler
Marc hatte mit Sandro Deeg einen sehr starken Gegner, mit dem er aber teilweise
mithalten konnte. Körperlich war der Pfälzer doch zu stark und damit
war die 1:3-Niederlage gegen den Tabellenführer perfekt, was aber nicht unbedingt
als Rückschlag zu bezeichnen ist, zumal für uns als
Tabellensechster weiterhin ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen vorhanden
ist. Der Abend endete mit einem gemeinsamen Fernseh-Event in Form des Hallenhandball-Halbfinals
der EM zwischen Deutschland und Dänemark in der tollen Anlage RELAX von Andrea
und Volker, der sich nach den Spielen als künftige Nr. 1 der Squasher bewarb,
was letztlich die Planungen für die kommende Saison entscheidend beeinflussen
wird..........
Die zweite Mannschaft konnte infolge der kompletten ersten Mannschaft auch
in
stärkster Besetzung antreten und war sogar in der Lage, fünf Spieler
aufzubieten. Die Reise ging nach Homburg zu den Freunden um Udo Holzmann und weiterer
Gegner waren die sympathischen Pfälzer aus Beindersheim, die schon geraume
Zeit ohne eigenes Squashcenter auskommen müssen, eine stillgelegte Anlage
nutzen und nunmehr gar in Ludwigshafen ihre Heimat gefunden haben. Schwierigkeiten
gab es bereits zu Beginn, denn man vermisste Rüdiger, der auf funktelefonische
Nachfrage angab, die Squashanlage in Bexbach nicht zu finden. Die Handy-Navigation
von Kurt fruchtete auch nicht,
aber
im Laufe des frühen Nachmittags trudelte Rüdiger entnervt ein und musste
sich den Scherz gefallen lassen, dass er in Spanien blind jeden Ort findet, aber
im Saarland mehrfach rund um Bexbach fährt und den schönsten Ort in
diesem Flecken, das schmucke Fitness- und Squashcenter vom Homburger Spieler Steffen
Schindler nicht. Dennoch begann das Spiel gegen Beindersheim, das einen schnellen
Verlauf nehmen sollte. Christoph machte wie Kurt auf Position 4 nur ein Spiel
und musste gerade gegen einen der stärksten Pfälzer antreten, nämlich
gegen den blutjungen Dirk Garst. Christoph kam mit ihm gar nicht zurecht und der
setzte
seine gute Technik und sei druckvolles Spiel gezielt ein, um Christoph überhaupt
nicht aus der Defensive heraus zu lassen. Folge waren ganze sechs Punkte in drei
Sätzen für Christoph und damit ein ebenso deutlicher wie verdienter
Sieg des Supertalents aus Beindersheim. Frank erging es dann gegen den Routinier
Cornell Götz zumindest partiell etwas besser. Im zweiten Satz hatte er ihn
nämlich knapp am Rande des Satzverlustes und musste lediglich in der Verlängerung
die Segel streichen. Die anderen Sätze gingen doch deutlicher an den sympathischen
Beindersheimer. Gerhard spielte gegen den ebenfalls sehr routinierten und sympathischen
Stefan Cambeis lediglich im dritten Satz sein gewohntes variables Squash.
Dies
reicht aber nicht aus, um den Pfälzer in irgendwelche Gefahr zu bringen.
Auch hier hieß es am Ende 0:3 aus unserer Sicht. Rüdiger schließlich
hatte mit dem jungen Markus Hermann einen technisch, spielerisch und läuferisch
überlegenen Gegner, dem er nur teilweise in den ersten beiden Sätzen
Paroli bieten konnte. Dennoch hatte Rüdiger keine Chance auf einen Sieg und
damit war die Höchststrafe mit keinem einzigen Satzgewinn gegen Beindersheim
im Kasten.
Gegen Homburg versprach man sich doch etwas mehr, insgeheim sogar vielleicht
einen Punktgewinn. Kurt auf Position 4 hatte es mit Dauergegner Steffen Schindler
zu tun und im ersten Satz die große Chance, diesen zu gewinnen, die er jedoch
leichtfertig vergab.
Auch
im zweiten Satz war es eng, doch Steffen hatte speziell gegen Ende der Sätze
immer die besseren Bälle parat. Im dritten Satz schließlich behielt
Kurt die Oberhand und dachte noch an ein 5-Satz-Spiel, das aber Steffen mit einem
sehr starken vierten Satz und guten Volleys gegen ungenaue Grundschläge von
Kurt zu verhindern wusste. Umso schmerzlicher war dieses Ergebnis der Position
4 deshalb, weil Frank gegen Michael Schwenk ein Spiel lieferte, das in die Annalen
des Squashclubs eingehen wird. Aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen sah dies
so aus, dass Frank in den ersten beiden Sätzen zwar recht brauchbar gespielt
hat, aber doch einem deutlich stärkeren "Balou", dem außerhalb
des Courts immer fröhlichen Homburger, unterlegen war. Nachdem Michael zu
Beginn des dritten Satzes wie die Feuerwehr loslegte und Frank zunächst keinen
Punkt machte,
entschloss
sich der Schreiber dieser Zeilen dazu, in die wohl geheizte Sauna des Squashcenters
zu gehen und seine alten Knochen mit Wärme etwas auf Vordermann zu bringen.
Dusche, Schwitzraum, erneute Dusche und das Ankleiden knapp unterhalb der Zeiten
der Pflegestufe 1 dauerten circa eine Dreiviertelstunde und als der Pressewart
des Clubs wieder vor den Squashcourts auftauchte, glaubte er seinen Augen nicht,
denn ein strahlender Frank begoss gerade seinen 3:2-Sieg nach einem 0:7-Rückstand
im dritten Satz. Er enterte die Theke von Steffen (siehe Bild) und berichtete
von einer unglaublichen Steigerung in den letzten drei Sätzen, als auf einmal
sämtliche Konditionsprobleme hinweggewischt waren, er den dritten Satz in
der Verlängerung gewann, und in den nächsten beiden einem sichtlich
entnervten Michael keine Chance mehr ließ. Dass Michael dann noch den Schläger
von Frank, Gott sei Dank in nur geringem und nicht schönheitschirurgisch
relevantem Umfang, abbekam, was aber nicht zu sichtbaren Schäden geführt
hat, war noch die Krönung für den sehr enttäuschten Homburger.
Frank jedoch hatte eine super Leistung vollbracht und irgendwie muss mir der Gedanke
kommen, dass der immer konditionsstarke Jürgen von einer höheren Position
hinaus Frank die Luft in die mittlerweile schon mehrere Monate Nikotin freien
Lungen gepumpt hat. Großes Kompliment jedenfalls an Frank. Dass dies dennoch
nicht zum Punktgewinn gereicht hat, lag wie beschrieben an Kurt, der bei konzentrierterem
Spiel und größerem Einsatz vielleicht die Chance gehabt hätte.
Gerhard und Rüdiger gegen Udo Holzmann und Hauke Rensing hatten jedenfalls
diese Chance nicht, denn die beiden Spieler aus Homburg sind doch aufgrund langjähriger
Mitgliedschaft in der Oberliga unglaublich stark geworden. Gerhard gelangen sechs
und Rüdiger lediglich zwei Punkte und dies zeigt schon, dass hier in einer
anderen Klasse gespielt wurde. Schade, aber jetzt muss man versuchen, gegen andere
Mannschaften der unteren Tabellenhälfte den einen oder anderen Punkt noch
einzufahren.
Verfasser: Kurt Rauch / 27.01. 2008