
In der Regionalliga musste die erste Mannschaft mit dem letzten Aufgebot in die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz reisen, wo man seltsamerweise auf die Heimmannschaft der Squashfreunde aus Idar-Oberstein II traf, die ihre Heimspiele in Mainz austrägt. Kurioserweise war zweites Gastteam dasjenige der Mainzer, also Einheimische. Etwas schwierig zu erläutern!
Da man auf Marc, den urlaubsbedingt abwesenden Roland und den noch immer erkrankten
Jürgen, für den Daumendrücken weiter angesagt ist, verzichten musste,
waren die vier Aufrechten Stefan, Michael (Braun), Oliver und erstmals in der
Regionalliga Rüdiger. Dieser hatte seinen ersten Auftritt gegen die starken
Mainzer in Person von Holger Heinlein. Rüdiger fühlte sich gar nicht
so schlecht, hatte auch die eine oder andere gute Szene im Spiel, war letztlich
aber doch in drei Sätzen deutlich unterlegen, weil er nicht konstant zur
Sicherheit in seinem Spiel fand. Oliver hatte einen Tag erwischt, den man besser
streichen sollte, denn ihm gelang fast gar nichts.
Sein
Gegner, der starke Johannes Krimm, musste sich keine großen Sorgen um das
Spiel machen, denn Oliver schenkte ihm viele Punkte durch Unkonzentriertheiten.
Ihm gelangen selbst nur vier Punkte in drei Sätzen. Michael auf Position
2 hatte zwar Trainingsrückstand, konnte aber gegen den bärenstarken
Christian Seichter doch gut mithalten, auch wenn ihm selbst kein Satzgewinn gelang.
Dieses Spiel machte aber berechtigterweise Mut für die zweite Partie. Stefan
schließlich ist die Ehre gegönnt, den einzigen Satz zu gewinnen. Gegner
Maurizio Diaz fand aber nach verlorenem ersten Satz in sein technisch hochwertiges
Spiel und ließ Stefan in den übrigen drei Sätzen keine Chancen
mehr. Daher gab es einen deutliches 0:4, was aber auch erwartet worden war.
Spannender sollte es dann gegen die zweite Garnitur aus Idar-Oerstein werden.
Auf Position 4 hatte Rüdiger gegen Ulf Merk teures Lehrgeld zu bezahlen.
Nur im ersten Satz schaffte er vier Punkte und in den anderen beiden ließ
er deutlich nach, spielte ungenaue Bälle und machte es seinem
Gegner
leicht, jeweils die Höchststrafe zu verhängen. Oliver auf Position 3
ging es nicht viel besser. Weiter klebte Pech an seinem Schläger und Thomas
Rohleder hatte alle drei Sätze durch konstantes und meist fehlerfreies Spiel
gut im Griff. Damit war schon ein Sieg nicht mehr möglich. Michael legte
sich ins Zeug, als ginge es um die Weltmeisterschaft. Er lieferte sich mit seinem
Gegner Marco Stoffel ein hinreißendes Match, in dem jeder in schöner
Regelmäßigkeit abwechselnd einen Satz gewann, ehe sich Michaels technische
Stärke im fünften Satz mit dem Ergebnis 9:5 durchsetzte. Glückwunsch,
Michael, für diese starke Leistung. Es lag nun an Stefan, wenigstens einen
Punkt aus der Fremde mitzunehmen. Stefan schaffte dies mit einem doch recht deutlichen
3:1-Sieg gegen Ingo Loefke, wobei wieder einmal die Physis und die Kondition für
unseren Dauerläufer den Ausschlag gab.
Nach der Hamstermethode wurde somit ein weiterer Punkt auf die Habenseite verbucht und die Abstiegsplätze konnten auf Abstand gehalten werden.
In der Oberliga musste die zweite Mannschaft die weite Reise in den
Westerwald, wo bekanntlich der Wind so kalt weht, antreten, konkreter gesagt beim
SC Höhr-Grenzhausen, der synonym auch als SC Kannenbäckerland auftritt.
Da man Rüdiger an die erste Mannschaft abgeben musste, waren die vier Aufrechten
Gerhard, Frank, Christoph und Kurt. Im ersten Spiel gegen die Gastgeber in ihrer
wunderschönen Anlage in Staudt rechnete man sich die Wahrscheinlichkeit eines
Punktgewinns mit 0,1% aus. Wahrscheinlich waren die Gastgeber um den jungen sympathischen
Tobias Giesen auch zu siegessicher, denn sie ließen gegen uns die starke
Nummer 3 Roland Kuch aussetzen.
Dafür
schafften sie es, mit drei Christians anzutreten, was in unserer Vereinsgeschichte
auch noch nicht der Fall war. Kurt spielte auf Position 4 gegen den ersten Christian,
nämlich Christian Weimbs, und Kurt legte los wie die Feuerwehr und gewann
mit präzisen Schlägen die ersten beiden Sätze deutlich mit jeweils
9:1. Dann hatte den leicht erkälteten Christian der Ehrgeiz gepackt und er
gewann Satz 3 verdient mit 9:6. Der vierte Satz war ausgeglichen und relativ offen,
aber Kurt konnte gegen Ende des Satzes die entscheidenden Punkte für sich
verbuchen und so schaffte man den allenfalls für möglich gehaltenen
Ehrenpunkt in diesem Spiel. Auf Position 3 hatte es Christoph mit dem zweiten
Christian zu tun und Christoph tat sich, läuferisch deutlich überlegen,
in den ersten drei Sätzen doch sehr schwer. Es stand 1:2, bevor Christoph,
mit nagelneuen Schuhen versehen, seine
Wunderwaffe, die unmöglichen Stopps, auspackte, immer sicherer wurde und
Christian hiergegen keine Mittel wusste. In diesen letzten beiden Sätzen
schaffte der tapfere Westerwälder gerade einmal drei Punkte, was bedeutet,
dass Christoph mit 3:2 siegte und damit in der Tat unser Team, bis dahin null
Punkte, gegen das Team aus Höhr-Grenzhausen, bis dahin null Minuspunkte,
einen Punkt ertrotzt hatte. Die anderen beiden Spiele sind relativ schnell geschildert,
denn auf Position 1 und 2 sind die Gastgeber sehr stark besetzt. Der lustige und
immer fröhliche Jan Koller-Verschnitt Christian (Nummer drei) Tümmler
spielte mit dem etwas katerartigen, daher unpässlichen und mit
Aspirin
versetzten Frank Squash in Katz-und-Maus-Manier und Frank konnte in diesem Spiel
seine zuvor vertilgten gefühlten 40 doppelten Brote, die ihm Silke in einer
Nachtschicht geschmiert haben muss, restlos verbrennen, um doch nur zwei Punkte
gegen einen übermächtigen Gegner zu erzielen. Ähnlich ging es Gerhard,
nach langer Verletzungspause erstmals wieder im Court, gegen den bereits erwähnten
jungen Chef der Westerwälder Tobias Giesen, wobei Gerhard aber 2/3 Punkte
mehr erzielte als Frank und die Rechenaufgaben nunmehr ist, wie viel Punkte Gerhard
verbuchen konnte. Im Ergebnis ist dies aber alles völlig egal, denn der Punktgewinn
gegen den Tabellenführer ist Sensation genug.
Mit stolz geschwellter Brust ging man dann ins Spiel gegen den
Tabellennachbarn aus Heidenkopf 2 und es sollte recht gut beginnen. In einem spannenden
ersten Satz gegen Thomas Schmitt setzte sich Kurt mit 9:7 nach bereits 8:2-Führung
durch, ehe sein Gegner ihm überraschend die Hand schüttelte und wegen
einer Zerrung im Kniegelenk das Spiel aufgeben musste. Schade, aber gute Besserung,
Thomas, wir hätten lieber das Spiel zu Ende gespielt und dann mal geschaut,
wer sportlich gewonnen hätte. Auch Christoph (Anm.: der sich trotz oder wegen
neuer Schuhe beim Montagstraining am Sprunggelenk – Gott sei Dank aber nicht
so schlimm, gute Besserung, Kumpel! – verletzt hat) begann auf Position
3 gegen den Squash-Weltenbummler Roland Haas konzentriert und verleitete seinen
Gegner zu Fehlern. Der gewonnene erste Satz war jedoch kein gutes Omen, denn Roland
packte ab Satz 2 seine druckvollen und präzisen Schläge aus und Christoph,
begleitet von seinem Sohnemann Niclas, konnte dem nichts mehr entgegensetzen.
Roland gewann damit mit 3:1. Unser Präsident Frank rechnete sich gegen Peter
Ries, den
grauhaarigen Senior der Heidenkopfer, zwar etwas aus, dachte aber nicht, dass
das Aspirin nicht unbedingt leistungsfördernd wirkt und die Brote schneller
gegessen waren als beabsichtigt. Frank spielte jedenfalls unkonzentriert und relativ
ungenau, so dass Peter das Spiel mit seiner Schnelligkeit deutlich im Griff hatte
und Frank kein Satzgewinn gelang. Schließlich musste Gerhard gegen den routinierten
und sicher spielenden Klaus Maas auf Position 1 seinem rückenbedingten Trainingsrückstand
Tribut sollen. Er konnte lediglich im zweiten Satz mithalten, den er knapp verlor,
aber insgesamt völlig verdient spielte Klaus seine Sicherheit aus und der
erhoffte Punktgewinn gegen Heidenkopf blieb aus.
Noch etwas in eigener Sache: der Schreiber dieser Zeilen nutzte das Sportliche
mit dem Angenehmen und verbrachte das Wochenende der Zeitumstellung mit seiner
Gattin im Westerwald und Sportsfreund Thomas Köhler aus Staudt, der parallel
in der Halle in der Regionalliga – u.a. gegen unsere Freunde der „Schmuck-City-Rollers“
aus Idar-Oberstein - spielte, gab ihm hervorragende Tipps. Das Hotel Freimühle
war ein idealer Wochenendtripp-Standort mit guter Restauration und so blieb es
nicht bei der doch recht weiten Tour in den Westerwald allein um Sport zu treiben,
sondern auch noch um etwas von der Gegend zu sehen, was zwar im Nebel etwas schwer
gefallen ist, aber dennoch einen schönen Eindruck vom Westerwald vermittelte,
wo der Wind aktuell nicht blies und man froh gewesen wäre, er hätte
geweht, um den Nebel zu entfernen. Danke, Thomas, für den guten Tipp und
damit die Ursache für ein schönes Wochenende, das noch mit einem Punktgewinn
belohnt wurde.
Verfasser: Kurt Rauch / 03.11. 2007