Nachdem die erste Mannschaft am ersten Spieltag spielfrei hatte, trat sie nun aktiv in den Wettbewerb ein. Dies auch noch mit einem Heimspiel in unserer schönen Anlage in Ensdorf im Relax, wobei man sich gegen die Teams aus Güdingen und Idar-Oberstein II durchaus Chancen ausrechnete. Leider fiel dieser Spieltag wiederum in die Ferienzeit, exakt in die Mitte, und da gab es für beide Mannschaften einige Ausfälle zu verkraften. Rückkehrer Oliver stand deshalb nicht zur Verfügung und auch in der zweiten Mannschaft fehlten neben dem verletzten Kurt noch studienbedingt Joe und urlaubsbedingt unser Junior Marius. Dennoch gelang es, zwei Teams vollständig auf die Beine zu stellen und vor allem in der zweiten Mannschaft mit Sascha und unserem Teeny Rudi die Neulinge 3 und 4 in dieser Saison zu präsentieren.
Im ersten Spiel gegen Güdingen hatte unser Naturwissenschaftler Benjamin, für ihn als Lehrer in der Ferienzeit zeitlich günstig, Ruhe und Muße, sich mit bekanntem Ehrgeiz und mit großer Einsatzfreude dem Ligasport zu widmen. Sein Gegner Stefan Pelke musste daher erleben, dass Benjamin sehr konzentriert, druckvoll und schnell Squash spielen kann. Benjamin zeigte sich in allen Belangen überlegen und dominierte das Spiel nach Belieben. Er hatte in den drei gewonnenen Sätzen letztlich in keiner Phase einer Schwäche zu überstehen und bestimmte das Spiel souverän. Äußerst spannend machte es mal wieder Rüdiger, dessen Ligaspiel der Deutschen Börse in jüngster Zeit ähnelte. Man weiß nie genau, wann ein Auf und ein Ab kommt, wann Bulle und wann Bär herrschen; man weiß nur, dass es hoch und runter geht. Zunächst gab es in Rüdigers Spiel eine deutliche Baisse mit entsprechender Körperhaltung, was auch dem unregelmäßigen Training geschuldet sein kann, denn Rüdiger verlor gegen den nicht schlechten Michael Steigleiter in den ersten beiden Sätzen fast schon desaströs. Dann aber zeigte sich wiederum sein Kampfgeist, der mit seinem Spitznamen Tiger in Verbindung zu stehen scheint, denn wie verwandelt ging er die nächsten Sätze an und zeigte in seinem eigenen Squashkurs ein Feuerwerk. Er überrumpelte seinen Gegner, gewann die Sätze 3 und 4 deutlich und im fünften Satz entwickelte sich ein ungemein spannendes und ausgeglichenes Spiel. Es ging bis in die Verlängerung und dort hatte Rüdiger doch etwas Pech, als er die letzten beiden Bälle an seinen Gegner abgeben musste. Mit 10:12 verlor er diesen äußerst unglücklich und wurde daher für seine Aufholjagd nicht belohnt. Auf Position 2 rechnete man sich für Frank, der gegen das Güdinger Urgestein Johannes Wessela anzutreten hatte, gute Chancen aus, die aber schon zu Beginn des ersten Satzes vertan waren. Frank war sowieso schon im Rücken lädiert in das Match gegangen; Erfahrungen zeigten aber, dass er gerade dann besonders gut spielen kann. Anders war es im Spiel gegen Johannes, als er sich relativ schnell eine Zerrung an einer Stelle zuzog, die zu beschreiben die Gefahr der Zensur birgt. Jedenfalls war daher schon relativ früh – genau dort - das Spiel im A…, so dass Johannes zu einem glücklichen verletzungsbedingten Punktgewinn kam. Auf Position 1 hatte es Marc mit dem Spitzenspieler aus Güdingen Jens Enge zu tun. Marc zeigte nur im dritten Satz eine Schwächephase, den er in der Verlängerung verlor. Ansonsten spielte er seine Schnelligkeit und sein druckvolles Spiel aus und der tapfere Jens hatte dem letztlich nicht allzu viel entgegenzusetzen. Das Ergebnis war somit ein Unentschieden mit mehr gewonnenen Sätzen und damit eine Punkteverteilung von 2:1 zu unseren Gunsten, was man als Minimalziel dann doch verbuchen konnte.
Im zweiten Spiel gegen die Reserve aus Idar-Oberstein war es Benjamin, der auf der hinteren Position das spannendste Spiel lieferte. Gegen den routinierten Stefan Conradt entwickelte sich ein spannendes Match mit jeweils wechselnden Sätzen. Benjamin gelang eine 2:1-Führung, die er aber gegen den Routinier nicht in einen Sieg umwandeln konnte, denn Stefan beherrschte die letzten beiden Sätze gegen einen dann nachlassenden und unkonzentrierten Benjamin doch deutlich. Rüdiger war es nun, der gegen den gewiss nicht schlechten und immer fröhlichen Dietmar Geyer eine hochkonzentrierte Leistung auf Hausse-Niveau zeigte und dem er nur einen Satz ließ. Mit konzentriertem Longline-Spiel und sicheren Schlägen hielt er den Routinier aus Idar-Oberstein überraschend deutlich auf Distanz. Frank versuchte es zwar, musste aber schnell merken, dass nichts ging und überließ daher letztlich kampflos seinem Gegner Stefan Messerschmitt den Sieg. Auf Position 1 entwickelte sich zwischen dem schnellen und laufstarken Marc und dem ungemein routinierten, ruhigen und spektakulär spielenden Robert Yaghoubi ein Spiel der Gegensätze. Der äußerst sympathische Robert spielt ein Squash, das letztlich kaum zu lesen ist und mit dem er immensen Erfolg hat. Ansatzlose Schläge, geniale Volleys und Boasts prägen sein Spiel und man kann sich kaum darauf einstellen, was der Schreiber dieser Zeilen schon leidlich erfahren hat. Die Sätze waren aber allesamt sehr knapp, gingen letztlich aber auch alle dank der Routine und der Ruhe im Spiel an Robert, der damit den Sieg für sein Team einfahren konnte. Mit 1:3 ging daher das Match gegen die Jungs aus Idar-Oberstein verloren und lediglich zwei Punkte konnte man auf dem Haben-Konto verbuchen.
Die
zweite Mannschaft hatte schon bei der Anreise nach Bexbach zu den Spielen
gegen die Freunde aus Hamburg und die dritte Mannschaft des Heidenkopf Probleme
zu bewältigen, denn die Autobahn war - wie immer in der subjektiven Einschätzung
desjenigen, der im Stau steht - völlig grundlos wegen Bauarbeiten vollständig
gesperrt. Die halbstündige Verspätung hatte zwar genervt, aber dennoch
keine weiteren Schäden hinterlassen. Erster Gegner waren die Routiniers
aus Heidenkopf, dieses Mal angetreten unter anderem mit einer alten Bekannten,
der ehemaligen Bundesligaspielerin Anke Huber, die nach langer Pause wieder
das Racket schwingt und dies gar nicht so schlecht, wie noch zu berichten
sein wird. Erwähnenswert ist im Spiel gegen Heidenkopf vor allem das
Debüt unseres jungen Jünglings Rudolf, der für den alten Jüngling
Marius einspringen musste, der sich noch in Urlaub befand. Rudolf, das personifizierte
Kämpferherz und der lebendige Gentest für seinen Vater Harald, was
man an der Art Squash zu
spielen,
mit Garantie erkennen kann, hatte dabei keine Scheu vor dem routinierten Senior
Johann Janto, der schon recht konzentriert spielen musste, um unseren jungen
Wilden auf Distanz zu halten. Rudolf gelangen dabei einige sehenswerte Bälle
und Passagen, er kämpfte und rackerte und spielte teilweise auch schon
überragend gutes Squash, was naturgemäß noch nicht ausreichte,
um gegen Johann einen Satz zu gewinnen. Dennoch eine überzeugende Leistung
unseres schwarzen Lockenskopfes. Auf Position 3 spielte unser Spielführer
Markus gegen besagte Anke und das Mädel vom Heidenkopf zeigte mit bestechender
Technik und gutem Auge, wer Herr (besser: Frau) im Court ist. Es zeigte sich,
dass Markus kämpfen und rennen konnte wie er wollte,
er
bekam dennoch zwar einige Punkte, hatte aber keine echte Chance, das Spiel
zu gewinnen. Mit schöner Regelmäßigkeit endeten die Sätze
mit 11:5, leider gegen unseren Markus, aber die sympathische Anke hatte den
Sieg ohne Diskussionen verdient. Ein weiteres Debüt gab es auf Position
2, als unser stets wohlgelaunter Ex-Kölner Sascha nunmehr, leicht nervös,
in den Spielbetrieb der Liga eintrat. Äußerst undankbar war seine
Aufgabe gegen Thomas Schmitt, den routinierten Squasher, der seine ersten
Schritte im Squash in der alten und fast Kultstatus erreichenden Anlage in
Malstatt sammelte und seither sich kontinuierlich
verbesserte. Sascha machte ein gutes Spiel, hielt lange Zeit gut mit, machte
aber letztlich deutlich mehr leichte Fehler als sein Gegner. Das Spiel sah
ausgeglichen aus und Sascha hatte auch seine Chancen, konnte diese aber nicht
nutzen, weil Thomas einfach sicherer spielte. Dennoch ein großartiges
Debüt von Sascha, der dennoch, wenn auch knapp, keinen Satz gewinnen
konnte. Auf Position 1 rechneten wir uns den Ehrenpunkt aus im Spiel der beiden
Superoldies Karl gegen Peter Ries, letzterer angetreten mit Schulterproblemen,
die man im Spiel aber nicht merkte. Rekordverdächtige 120 Jahre standen
im Court, als die beiden loslegten (ohne Schiedsrichter), wobei man aber konstatieren
musste, dass man während der Ballwechsel dieses Methusalem-Syndrom nicht
bemerkte. Karl mit seiner superfeinen Technik und Peter mit seiner ungeheuren
Schnelligkeit und Wendigkeit lieferten sich ein gutes Match, bei dem aber
Karl letztlich viele leichte Fehler beging und Peter nicht richtig unter Druck
setzen konnte. Peter schaffte es daher mit seiner Physis, die Technik von
Karl in Schach zu halten und ebenfalls in drei Sätzen zu gewinnen.
Im
zweiten Spiel gegen Homburg waren die Chancen schon von vornherein gering.
Ein interessantes Spiel lieferte sich aber Rudolf mit dem fröhlichen
Michael Schwenk, der mit Rudolf lange Ballwechsel ging. Rudolf gab wiederum
keinen Ball verloren und auch ihm gelangen wiederum einige spektakuläre
Gewinnschläge. Dennoch hatte Michael das Spiel im Griff, konnte unseren
jungen Flinken noch den einen oder anderen Tipp geben und äußerte
sich im Anschluss euphorisch über die Fähigkeiten unseres Rookies.
Markus hatte gegen den jungen und mittlerweile sehr guten Marc Hartz schlechte
Karten. Die Oberliga hat Marc gut getan, der zu den besten Spielern der Verbandsliga
gehört und mit schnellem und technisch sauberem Spiel Markus deutlich
auf Distanz hielt. Der weitere junge Sportler der Homburger Christoph Mohr
war Gegner von Sascha und Sascha steigerte sich in diesem Spiel deutlich.
Vor allem im dritten Satz zeigte er, welche Fähigkeiten er hat. Er lag
lange in Führung, verteidigte aber die letzten beiden Bälle dieses
Satzes,
so dass er diesen unglücklich mit 11:9 verlor. Er stand ganz dicht vor
einem Satzgewinn und wer weiß, wie das Spiel dann ausgegangen wäre.
So gewann Christoph ebenfalls deutlich mit drei Sätzen, letztlich durchaus
verdient wegen der reiferen Spielanlage. Karl schließlich hatte es mit
der Nr. 1 der Homburger, dessen unermüdlichen Chef Udo Holzmann, zu tun
und Udo zeigte sich sowohl körperlich als auch von der Schnelligkeit
her überlegen, wenn auch Karls Technik die etwas bessere war. Da Udo
aber auch über eine feine Technik verfügte, war der Unterschied
nicht derart groß, dass Udo letztlich in Schwierigkeiten geriet. Karl
haderte schließlich mit seiner Form, wobei man ihm Mut zusprechen sollte,
denn in Phasen zeigte er wirklich geniales Squash und die Kunst liegt darin,
diese genialen Momente über eine größere Distanz in den Spielen
zu konservieren. Aber auch dies wird unser ehrgeiziger Senior sicherlich schaffen.
Das nüchterne Ergebnis lautet daher wiederum, dass unsere Sportler der
zweiten Mannschaft keinen Satz gewannen. Insgesamt aber gab es dennoch erfreuliche
Leistungen für unsere, bis auf Karl, doch recht unerfahrene Mannschaft.
Vor allem die jungen machen Mut und es ist eine Frage der Zeit, wann die ersten
Sätze und das erste Spiel gewonnen werden. Vielleicht schon am nächsten
Spieltag, im ersten Heimspiel der zweiten Mannschaft.
Verfasser: Kurt Rauch / 09.Oktober 2011