Der Verband hat es zu Beginn der neuen Saison sehr gut mit uns gemeint, denn die ersten beiden Spieltage mussten wir nicht reisen. Eine Einschränkung gilt aber natürlich für Karl, der sich jedes Mal die Mühe nimmt, von Kandel zu uns anzureisen, was bestimmt keine Stippvisite ist. Ihm gehört großer Dank für die Mühen, die er auf sich nimmt. Aber mit dem BMW und unter großzügiger Auslegung der Verkehrsvorschriften ist man auch relativ flott von der Südpfalz im Saarland.
Gegner
waren dieses Mal an einem sonnigen Samstag zwei dritte Mannschaften, diejenigen
aus Wiesental und die vom Heidenkopf. Ein besonderer Spieltag war es für
uns auch deshalb, weil die neuen Spielklamotten fertig waren und verteilt
werden konnten. Für das Design verantwortlich zeichnete unser Design-Student
Marc, der sich besonders viel Mühe gegeben hat mit Logo und Aufdruck
und natürlich Diskussionen im Verein verursachte ob der kleinen Größe
(der Altersschnitt unserer Spieler hat natürlich zur Folge, dass die
Augen größere Schriften besser wahrnehmen als kleinere!!) und der
Platzierung der Aufdrucke. Solche Diskussionen gibt es aber immer und unserem
Künstler gebührt ebenfalls großer Dank für seinen Hirnschmalz,
den er für den ästhetischen Druck auf Shirts und Jacken eingebracht
hat. Besonderer Gag ist, dass auch die Vornamen der Spieler auf den Shirts
stehen, was den Gegnern verdeutlichen soll, gegen wen sie denn da gerade verloren
haben…….
Nach
den obligatorischen Fotos mit den neuen Kleidern musste zunächst Kurt
in seinem ersten Saisonspiel gegen Matthias Mayer aus Wiesental ran. Matthias
machte sein erstes Spiel überhaupt, zeigte sich aber sehr schnell, technisch
ordentlich und in der Lage, auch das Spiel schnell zu machen. Der junge Matthias
brachte dabei Kurt sehr stark ins Schwitzen und es sollte gleich das längste
und spannendste Spiel des Tages werden. In feiner Regelmäßigkeit
wechselten sich die beiden in Satzgewinnen ab, wobei jeder zwei Sätze
mit 11:9 und 11:8 gewann. Im letzten Satz führte Kurt bereits mit 10:6,
wollte vom guten Schiedsrichter Johann Janto einen glasklaren Stroke erhalten
(aus der untrüglichen und nicht in Zweifel zu ziehenden (??) Sicht von
Kurt), was aber aus der zugegebenermaßen maßgeblichen Sicht von
Johann überhaupt kein Let war, was Diskussionen entfachte und Matthias
wieder ins Spiel brachte. Es ging in die Verlängerung und hierbei hatte
Kurt das glückliche Ende auf seiner Seite. Es war aber ein großes
Stück Arbeit und etwas Glück, gegen den flinken und druckvoll spielenden
Matthias die Punkte zu sichern. Auf Position 3 war der Altersunterschied noch
deutlicher mit fast 50 Jahren, denn der Gegner von Karl hieß Philipp
Becker, ist im Führerscheinalter von 17 Jahren und verfügt über
ebenso viel Talent wie seine Schwester Natalie, über die noch später
die Rede sein wird. Prompt verlor Karl den ersten Satz mit 6:11, besann sich
dann aber auf sein technisch starkes Spiel und siegte in den nächsten
drei Sätzen, wobei der dritte Satz hart umkämpft war und mit 14:12
etwas glücklich zu
unseren
Gunsten ausging. Auf Position 2 haderte Frank, gestärkt von wunderbaren
Muffins mit Heidelbeeren seiner guten Seele Silke, unserer Web-Fee, mit seiner
Spielumsetzung. Er kam gegen Christian Vollger in den ersten beiden Sätzen
überhaupt nicht zurecht, spielte dann im dritten Satz etwas konzentrierter,
um dann im vierten wieder in ungenaue Bälle zu verfallen und letzteren
recht sang-und klanglos mit 11:4 zu verlieren. Es kam folglich auf Position
1 auf das Spiel von Marc an, dessen Gegnerin ebenso talentierte wie hübsche
23-jährige Natalie Becker war. Natalie hielt im ersten Satz noch gut
mit, bevor Marc gnadenlos seine druckvollen Bälle und harten Schläge
ausspielte und keine geschlechtsspezifische Gnade walten ließ. In den
nächsten beiden Sätzen gelangen der tapferen Natalie jeweils nur
ein Punkt. Und damit war nicht nur Natalie, sondern auch Wiesental mit seiner
jungen Mannschaft 3:1 besiegt.
Im
folgenden Spiel gegen Heidenkopf hatte absprachegemäß Rüdiger
für Kurt Einsatz. Rüdiger, genannt Rü-Tiger oder dies ohne
Rü, war aber noch von einer Grippe etwas lädiert und damit nicht
im vollen Besitz seiner Kräfte. Es begann aber mit Nummer 4 und dem Spiel
der Oldies Karl gegen Johann Janto. Die beiden kennen sich durch viele Turniere
bundesweit sehr genau und somit entwickelte sich ein spannendes Spiel zwischen
zwei raffinierten Taktikern. Die ersten beiden Sätze waren extrem knapp
und jeder von beiden konnte einen für sich verbuchen. Der dritte sollte
sich als Vorentscheidung erweisen mit einem fast rekordverdächtigen 17:15
für Karl, der
auch
im vierten Satz dem etwas entmutigten Johann die Gegenwehr schwer machte und
Karl gewann auch diesen mit 11:7. Rüdiger gegen Stefan Montag hieß
die Partie auf 3 und Rüdiger fand in den ersten beiden Sätzen überhaupt
nicht ins Spiel, zeigte sich als Tiger eher zahnlos. Wenig Druck, wenig Risiko
und noch ausbaufähige Laufbereitschaft sorgten dafür, dass Stefan
keine Probleme hatte. Rüdiger stellte aber im dritten Satz den Schalter
um und gewann diesen verdient in der Verlängerung. Auch der vierte Satz
zeigte einen deutlich willensstärkeren Rüdiger, der lange in Führung
lag, aber am Schluss unglücklich, möglicherweise wegen fehlender
Kraft, mit 10:12 in der Verlängerung verlor. Frank musste gegen den pfeilschnellen
Franzosen David Meyer auf Position 2 antreten und Frank hielt lange Zeit gut
mit. Der erste Satz war sehr knapp, dennoch verlor Frank diesen knapp mit
9:11. Im zweiten fegte David wie die Feuerwehr über unseren Linkshänder
hinweg und siegte relativ deutlich, während im dritten Satz Frank wiederum
mithalten konnte, genaue Bälle spielte, aber beim Stand von 9:9 zwei
unglückliche Ballwechsel verlor, so dass David dieses Spiel mit 3:0 gewinnen
konnte. Im Match der Spitzenspieler auf Position 1 mussten wir schon das Schlimmste
befürchten. Die alten Rivalen Marc und Thomas Schmitt kennen sich schon
lange, spielten etliche Matches und immer war Thomas, wenn auch häufig
kanpp, der Sieger. So sah es auch
dieses
Mal aus, denn Thomas gewann die ersten beiden Sätze gegen Marc. In einem
ausgeglichenen dritten Satz zu Beginn fasste sich Thomas an seinen Oberschenkel
und musste wegen einer Zerrung aufgeben. Damit war das Glück auf unserer
Seite und wir freuen uns sehr über den einen Punkt, denn dass es nicht
mehr wurden, lag auch daran, dass das Satzverhältnis für die Gäste
sprach und diese damit 2, wir hingegen nur einen verbuchen können. Gute
Besserung Thomas; es war ein déja vu, denn vor drei Jahren in Staudt
zog sich Thomas ebenfalls in einem Spiel gegen uns, gegen Kurt, eine Zerrung
zu, was ihm den Rat einbringt, gegen uns besser nicht mehr anzutreten.
Die Ausbeute aus den beiden Spielen waren somit vier Punkte, drei gegen Wiesental
und einer gegen Heidenkopf. Dies bringt uns auf den zweiten Tabellenplatz
hinter den starken Illingern. Jetzt sind erst einmal fünf Wochen Pause
und dann geht es nach Zweibrücken, dort wird versucht, den doch recht
überraschenden Erfolg fortzusetzen.
Verfasser: Kurt Rauch / 10.September 2010