Es ist im Bereich der Sportverbände schon etwas ungewöhnlich, wenn man einen Spieltag zum einen in die Ferienzeit und zusätzlich zum anderen auf einen Tag legt, der zwischen einem Feiertag und einem Sonntag liegt. Dass es dann zu Schwierigkeiten kommt, ist nachvollziehbar und hat unser Verband auch mitbekommen. Wenig nachvollziehbar ist aber, dass eine Verlegung insgesamt - obwohl es Wunsch vieler Vereine war - nicht zustande kommt. Wir hatten das Glück, dass neben Verletzten und urlaubsbedingt abwesenden Spielern wenigstens noch acht Squasher zur Verfügung standen und damit der Spieltag über die Bühne gebracht werden konnte. Dennoch ist es ärgerlich, wenn eine solche Planung als "Gesetz" betrachtet und unflexibel gehandelt wird. Selbst wenn der Rahmenplan vom Deutschen Squashverband vorgegeben wird, hätte man wohl bei gutem Willen etwas flexibler handeln können. Von anderen Sportverbänden des Saarlandes kenne ich es anders. Nun gut, wir sind zum Teil auch selbst schuld!
Dennoch: die erste Mannschaft, de facto war es ohne Roland, Stefan, Marc Thrill und Gerhard eher die zweite Mannschaft, reiste nach Mainz und war relativ mutlos, nachdem fast die kompletten Stammspieler ausgefallen waren. Umso erfreulicher war die Leistung, die mit etwas mehr Glück sogar noch zu zwei Punkten geführt hätte.
Es begann mit dem Spiel gegen die alten Freunde aus Homburg, die über Jahre hinweg das Kunststück schaffen, mit relativ wenigen Leuten recht problemlos zwei Mannschaften in die Spiele entsenden zu können. Trotz der sachten Kritik an dem Vorgehen des Verbandes sollten wir uns an diesem Modell ein Beispiel nehmen. Die Spieler aus der Kreisstadt merken sich die Termine vor und man kann sich auf sie verlassen, was bei uns zwar auf die Vielzahl von Spielern ebenfalls zutrifft, aber eben auf eine Minderzahl nicht. Im ersten Spiel mussten die beiden Youngster Marc Graner und Christoph Mohr die Schläger kreuzen. Christoph gelang ein guter Start und Marc beging in den ersten beiden Sätzen einige vermeidbare Fehler. Im dritten Satz drehte dann Marc auf und gewann diesen relativ klar, um aber im vierten Satz wieder in alte Fehler zu verfallen und das Spiel recht knapp zu verlieren. Präsident Frank auf Position 3 spielte gegen den alten Kontrahenten "Balou" Michael Schwenk, der aber in diesem Spiel keine Freunde kannte und Frank, in letzter Zeit sehr konstant auf hohem Niveau spielend, keine Chance ließ. Lediglich der zweite Satz lief etwas knapper, in den anderen siegte der Strahlemann aus Homburg souverän und deutlich. Rüdiger hatte es auf Position 2 mit dem Supertechniker Udo Holzmann zu tun. Auf dem Papier eine klare Sache für Udo, aber im Court sah es im ersten Satz nach einer Überraschung aus. Beide gingen in eine mehrfache Verlängerung, die Udo letztlich glücklich mit 14:12 gewann. Der zweite Satz bereitete Udo keine Schwierigkeiten, aber im dritten kämpfte Rüdiger wieder und bot ein offenes Spiel, dennoch mit positivem Ausgang für Udo mit 11:8. Auch das Spiel um Platz 1 war von der Papierform her eine klare Sache, dieses Mal sah es aber im Court völlig anders aus. Hauke Rensing, nicht verwandt mit dem derzeit schwächelnden Bayern-M.-Torwart, gewann zwar die ersten beiden Sätze knapp gegen unseren Kämpfer Oliver, der aber ab dem dritten Satz sein bestes Squash spielte und Hauke sichtlich aus der Ruhe brachte. Die Sätze 3 bis 5 waren äußerst knapp und eng, aber jeweils mit gutem Ausgang für uns, was schon eine dicke Überraschung ist, letztlich aber nicht weiterhilft, denn obwohl Oliver hervorragendes Squash spielte, war die etwas unglückliche Niederlage Gewissheit.
Im Spiel gegen die Gastgeber aus Mainz, die ebenfalls mit Ersatz spielten, war es Marc auf Position 4, der eine Überraschung schaffte. Sein Gegner Nam Begemann gewann in einem jederzeit offenen Spiel nur den ersten Satz, ehe Marc in den nächsten drei sehr knappen Sätzen jeweils die Oberhand behielt und hervorragend spielte. Die Führung gegen Mainz sollte Frank auf Position 3 ausbauen. Auch sein Spiel gegen seinen Gegner Achim Tresch verlief sehr offen. Jeder gewann zu Beginn einen Satz knapp, ehe Frank in den Sätzen 3 und 4 eine etwas höhere Fehlerquote hatte und daher das Spiel unglücklich verlor. Rüdiger war auf Position 2 gegen den sehr starken und sympathischen Oldie von 57 Jahren Chris Revill ohne Chance und verlor gegen den ehemaligen Weltranglistenspieler doch recht deutlich. Oliver hatte gegen den sehr guten Christian Seichter auf Position 1 lediglich im zweiten Satz eine Chance, er nutzte trotz Führung die Verlängerung aber nicht. Die anderen beiden Sätze gingen relativ klar an den Mainzer, der letztlich auch überlegen war, so dass auch gegen Mainz ein etwas unglückliches 1:3 zu Buche stand.
Fazit: überraschend gut gespielt, dennoch keine Ausbeute.
Die zweite Mannschaft war wiederum nach dem Papier die dritte Mannschaft, denn neben den in der ersten Mannschaft eingesetzten Spielern fehlten noch urlaubsbedingt Christoph und verletzungsbedingt Kurt, so dass ein Team auf dem Papier stand, von dem klar war, dass es alles geben würde, allerdings deren Spielerfahrung doch relativ gering war. Benjamin war Kapitän und führte seine Leute zielgerichtet nach St. Wendel, wo gerade noch die zwei stärksten Mannschaften der Liga mit der ersten Mannschaft des Heimteams und mit Heidenkopf II Gegner waren. Unser Neuling Timo musste auf Position 4 gegen den sehr schnellen und kraftvoll spielenden Franzosen aus Heidenkopf Christophe Chiavazzo antreten und hatte naturgemäß nicht den Hauch einer Chance. Christophe machte mit lediglich neun Gegenpunkten in drei Sätzen recht kurzen Prozess. Auf Position 3 sah Markus Burg gegen Thomas Schmidt ebenfalls trotz hohen Einsatzes kein Land. Markus schaffte auch nur 13 Punkte, brachte seinen Gegner aber nie in Verlegenheit. Auf Position 2 legte Stefan Cavelius gegen den erfahrenen Roland Haas los wie die Feuerwehr und brachte es fertig, im ersten Satz sogar die Verlängerung zu erreichen, die er unglücklich verlor. Danach aber machte der technisch stärkere Roland Ernst und Stefan konnte nichts entgegensetzen. Benjamin spielte auf Position 1 gegen den Senior und das Wiesel Peter Ries. Er hielt die einzelnen Sätze zwar zu Beginn offen, war aber gegen den sehr routinierten Peter immer auf der Verliererstraße.
Das zweite Spiel sah nicht viel anders aus: Timo hatte gegen den Routinier Jörg Recktenwald ein deutlich besseres Spiel anzubieten wie zuvor. Er hielt überraschenderweise mit starker Leistung das Spiel lange Zeit offen, wobei Jörg aber auch nicht das letzte aus sich herausholte, und verlor die Sätze 1 und 3 nur recht knapp. Auf Position drei hatte Markus gegen Michael Gräber zwar die ersten beiden Sätze haushoch verloren, gab aber im dritten Satz Gas und erreichte immerhin sieben Punkte. Stefan hingegen hatte gegen Frank Petri auf Position 2 schnell anzuerkennen, dass sein Gegner stärker und sicherer war und Stefan verlor deutlich in drei Sätzen. Auf Position 1 sah Benjamin gegen den Kapitän Rüdiger Göddel nur im ersten Satz recht gut aus, musste aber dennoch anerkennen, dass Rüdiger an diesem Tag stärker war. Benjamin konnte aber auch nicht ganz an die guten Leistungen der jüngeren Zeit anknüpfen.
Fazit: kein Spiel gewonnen, keinen Satz gewonnen, aber den Spieltag über die Runden gebracht. In zwei Wochen sieht es personell – hoffentlich - schon wieder viel besser aus.
Leider gibt es keine Fotos von diesem Spieltag – das nächste Mal wieder!
Verfasser: Kurt Rauch / 05.Oktober 2008