Das erste Mal fand in unseren schönen Hallen im RELAX in Ensdorf ein Doppelspieltag statt. Weil in Idar-Oberstein eine Edelsteinmesse stattfand, wurde das Heimspielrecht für die Rückrunde getauscht und unsere Freunde um Michael Roller reisten ins Saarland. Da auch das Oberliga-Team Heimrecht hatte, ging es etwas eng zu in Volkers schöner Anlage, aber weil die Regionalligamannschaften sich auf 13:00 Uhr als Beginn geeinigt hatten, ging alles trotzdem relativ zügig über die Bühne.
Bei bestem Wetter begann in der Regionalliga unsere erste Mannschaft ihr Spiel
gegen Idar-Oberstein. Ersatzgeschwächt durch das Fehlen vom immer noch in
der Klinik, aber auf dem Weg der Besserung befindlichen Jürgen sowie von
Michael Braun rechnete man sich nicht allzu große Chancen aus. Beim Gegner
fehlte aber auch der Spitzenspieler Dani Hutchines, so dass die Ausgangspositionen
ähnlich waren. Auf Position 4 traf Oliver auf den sympathischen Boast- und
Stopp-Spezialisten Robert Yaghoubi, der aber noch geschwächt von einer Magen-Darm-Erkrankung
war und daher nicht seinen besten Tag erwischt hat.
Oliver
spielte lediglich im ersten Satz unkonzentriert und zeigte dann mit seiner Schnelligkeit
und Kampfeslust gegen einen zwar nicht aufgebenden, aber an diesem Tag doch kräftemäßig
nicht konkurrenzfähigen Robert gutes Squash und gewann mit 3:1. Ein Marathonmatch
zeigte Roland gegen das Laufwunder Julian Messerschmidt, dem noch unser Glückwunsch
zur bestandenen Physiotherapeuten-Prüfung gebührt. Nach einem brutalen
9:0 für Roland im ersten Satz setzte sich der junge Julian mit überlegten
Bällen in den nächsten beiden Sätzen durch. Dann erwachte in Roland
das Kämpferherz und er ging fast über die Grenze seiner körperlichen
Leistungsfähigkeit hinaus, ging auf die langen Ballwechsel ein und zermürbte
Julian in den Sätzen 4 und 5, die spannend, ausgeglichen waren, aber dennoch
mit etwas weniger Fehlern für Roland ihn als glücklichen aber verdienten
Sieger sahen. Stefan auf Position 2 wollte es an Spannung und Dramatik noch übertreffen.
Nach verlorenen zwei ersten Sätzen gegen den Zuckertechniker Michael Roller
packte er sein Kämpferherz aus, gewann die nächsten beiden nach großer
läuferischer Leistung, um aber den letzten dann doch dem technisch einfach
stärkern Michael überlassen zu müssen. Schade, mit etwas mehr Glück
wäre ein Sieg möglich gewesen. Auf Position 1 hatte Marc den sehr schnellen
Patrick Huber zum Gegner und obwohl Marc trotz Trainingsrückstands gute Bälle
spielte, war Patrick einfach präsenter, schneller und letztlich auch konditionsstärker.
Marc gewann zwar einen Satz, konnte aber dennoch die 1:3-Niederlage nicht verhindern.
Immerhin: ein Punkt gegen Idar-Oberstein ist ein Erfolg.
Wer dachte, dass die spannendsten Spiele schon vorbei sind, sah sich
getäuscht.
Das Spiel gegen Illingen wurde noch dramatischer. Da Marc noch einen Termin in
Luxemburg hatte, stand er in diesem Spiel neben den anderen fehlenden Spielern
nicht zur Verfügung. Dies führte dazu, dass unser Präsident Frank
zu seinem ersten Regionalligaspiel kam und unsere Webseiten-Fee Silke, seine bessere
Hälfte, ihn dabei mit Anfeuerungen und ihren berühmten Gebäckstücken
namens Bollas unterstützte. Dies half aber nichts, denn Frank traf auf einen
sehr starken und druckvoll spielenden Jonathan Bergmann, der keine Gnade kannte
und Frank gerade mal zwei Punkte in drei Sätzen ließ. Mit dem einen
oder anderen Underberg ließ sich das aber später halbwegs verschmerzen.
Auf Position 3 hatte es Oliver mit seinem Spielpartner Michael Wöffler zu
tun, dessen Handyton die musikalische Untermalung dieses Spieltags war und der
ein ähnliches Kampf betontes und läuferisch aufwändiges Spiel sucht
wie Oliver.
Das
Spiel hatte alles, was zum Squashsport gehört: wechselnde Führungen,
geniale Bälle, leichte Fehler, Auftrieb hier und dort, eine kleinere Verletzungsunterbrechung
für Michael und natürlich fünf Sätze. Den fünften gewann
unter großem Jubel Oliver in der Verlängerung, wobei der Schreiber
dieser Zeilen den Verdacht hat, dass Michael sich noch einiges an Kraft aufgehoben
hat, um später von der Theke aus ebenso lautstark wie vergeblich das Spiel
seiner Nummer 1 zu kommentieren. Jedenfalls hatte man mit den Spielkommentaren
Michaels großen Spaß. Möglicherweise hatte diese Kraft aber gerade
im fünften Satz gefehlt! Das Spiel der beiden Zweier zwischen Roland und
dem Laufwunder Stefan Alt war auch wiederum eines für die Annalen. Die lebendige
Ballmaschine namens Stefan machte es Roland wirklich nicht leicht und Roland hatte
schon fünf Sätze in den Gliedern. Stefan ging mit 2:1-Sätzen in
Führung und keiner gab mehr einen Pfifferling auf Roland. Angestachelt durch
meine letzten Kommentare über den Vergleich mit dem Rasenden Roland in Rügen
legte dieser noch einige Schippen Kohle drauf und schaffte es in der Tat, Stefan
unkonzentriert werden zu lassen. Stefan machte Fehler und Roland gewann die letzten
beiden Sätze doch relativ deutlich mit jeweils 9:3. Damit lag es an unserem
Stefan auf Position 1, gegen den gerade aus Rumänien eingeflogenen Andreas
Janto den Siegeslorbeer einzufahren. Beide zeigten hervorragendes Squash mit zunächst
deutlichen Vorteilen für Stefan, der die beiden ersten Sätze gewann.
Dann setzte sich das technisch etwas stärkere Spiel von Andreas durch, der
über beachtlich gute Kondition verfügte und durch Michael Wöfflers
Kommentare motiviert wurde.
Im
fünften Satz zeigte dann Stefan seine beste Leistung seit langem, hielt dem
Druck stand und setzte selbst geniale Bälle, was zwar Michael Wöffler
zur Heiserkeit, aber unseren Spieler zum Sieg führte. Stefan gewann den fünften
Satz mit 9:5 und damit war der Sieg gegen Illingen perfekt. Zu erwähnen ist
noch, dass das Spiel der beiden Spitzenspieler vom Chef der Illinger Jörg
Fassian hervorragend geleitet wurde.
Idar-Oberstein siegte gegen Illingen mit 3:1.
In der Oberliga musste unsere zweite Mannschaft außer auf Frank, der ja in der ersten spielte, auch noch auf den verletzten Gerhard und den in Italien lustwandelnden Rüdiger verzichten, so dass absolutes Notprogramm angesagt war. Damit war Ziel der Spiele gegen die erste Mannschaft vom Heidenkopf und dem Team aus Blieskastel lediglich eine Schadensbegrenzung und selbst die konnte nur bedingt erreicht werden.
Gegen Blieskastel traf unser Masseur Stefan Cavelius auf die deutsche U-15-
Meisterin
Franziska Hennes, gegen die Stefan schon einschlägige negative Erfahrungen
bezüglich des Spielergebnisses in den Vorjahren gemacht hat. Franziska ließ
auch in diesem Spiel keine Zweifel aufkommen, wer besseres Squash spielt, und
obwohl Stefan alles probierte, gelangen ihm insgesamt nur neun Punkte. Der reaktivierte
Marc Graner spielte gegen den langen Eric Moschel und Marc brachte das Kunststück
fertig, mehr Bollas zu vertilgen als Punkte zu machen. Wie viel Bollas es waren,
weiß ich zwar nicht, ich weiß nur, dass ihm drei Punkte gelangen.
Oldtimer Kurt musste gegen das fünfzehnjährige Talent Nils Kempf antreten
und relativ schnell erkennen, dass der junge Blieskasteler immer stärker
geworden ist und gutes, platziertes und druckvolles Squash spielen kann. Kurt
gelang es nur bedingt in den Sätzen 1 und 3, mitzuhalten, aber Nils fand
immer bessere Antworten und ließ keinen Zweifel aufkommen, wer Sieger des
Spieles ist. Eine tolle Leistung brachte dann Christoph auf Position 1 gegen den
Spitzenspieler Jörg Emser. Auch dieses Spiel gehörte zu den dramatischen
mit einerseits zwei sehr klaren Sätzen an Jörg und zwei sehr knappen
an Christoph. Christoph nervte mit seinen perfekten Stopps, gegen die Jörg
keine Mittel fand, seinen Gegner und hatte im fünften Satz gar zwei Spielbälle,
die er aber mit Pech und wegen großen Kampfs von Jörg nicht verwandeln
konnte. Jörg gewann diesen dann noch mit 10:8 und somit war noch nicht einmal
ein Ehrenpunkt gewonnen.
Das zweite Spiel des Tages fand gegen die noch stärker eingeschätzten
Freunde
vom Heidenkopf statt. Stefan hielt auf der hinteren Position gegen den Senior
und Franzosen Bernard Burkhard lange Zeit überraschend gut mit, verlor aber
im Verlauf des Spiels etwas den Faden und Grauschimmel Bernard spielte sein bekanntes
schnelles und druckvolles Squash. Heidenkopf gewann dieses Spiel mit 3:0. Auf
Position 3 schaffte Marc in einem perfekten dritten Satz gar einen Satzgewinn
gegen den erfahrenen und ebenfalls grauen Linkshänder Frank Wunn, was aber
nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass er in den anderen drei Sätzen
ebenfalls nur drei Punkte erzielen konnte. Hier ist der Trainingsrückstand
mit Sicherheit verantwortlich und vielleicht schafft unser Nachwuchsspieler noch
einmal den Weg nach Ensdorf zum Trainieren. Kurt hatte es auf Position 2 mit
seinem Standard Gegner aus Heidenkopf, dem Franzosen Damien Bellot, zu tun, der
ihm eigentlich immer in gelegen hat. In den ersten beiden Sätzen war davon
aber nichts zu spüren, denn Damien spielte hervorragendes Squash und hat
deutlich gezeigt, dass das Training mit dem Bundesligaspieler Simon Krewel deutlich
Früchte zeigt. Kurt gelang in diesen Sätzen nur ein einziger Punkt.
Dann hatte er sich auf das schnelle und druckvolle Spiel eingestellt und der dritte
Satz verlief offen, ging in die Verlängerung, die Kurt dann aber etwas unglücklich
mit 10:8 verloren hat. Dennoch: Damien war einfach stärker und verdienter
Dreisatzsieger. Christoph auf Position 1 spielte gegen den ehemaligen Saarburger
und Konzer Herbert Britten und hatte gegen das schnelle, technisch ausgereifte
und versierte Spiel seines Gegners nichts entgegenzusetzen. Auch Christoph verlor
deutlich in drei klaren Sätzen, so dass in diesem Spiel Marc die Ehre des
Clubs hochhalten konnte und mit seinem gewonnenen Satz zeigte, dass man wenigstens
angetreten war.
Heidenkopf setzte sich auch gegen Blieskastel mit 3:1 durch.
Jürgen wurde in Frankfurt immer über die Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten und speziell das hervorragende Abschneiden seiner ersten Mannschaft wird wohl dafür sorgen, dass seine Genesung weiter fortschreitet und er bald wieder in unserer Mitte ist. Weiterhin alles Gute von allen anwesenden Spielern an Jürgen.
Verfasser: Kurt Rauch / 07.10. 2007