Bericht über den ersten Spieltag der Saison 2011/2012 der Verbandsliga Südwest am 24.9.2011

Da unser Club in der glücklichen Lage ist, etliche neue Spieler für die Spieltage aufbieten zu können und insbesondere im Jugendbereich Spielerinnen und Spieler hinzukamen, hat sich der Vorstand nach langer und teilweise auch kontroverser Diskussion durchgerungen, in dieser Saison zwei Mannschaften an den Start zu schicken. Während die erste Mannschaft mit Oliver Müller einen alten Bekannten und eine hervorragende Verstärkung zu einer Rückkehr bewegen konnte, wurde die zweite Mannschaft komplett neu aufgestellt. Eine Mischung von Routine und Jugend soll insbesondere dafür sorgen, dass einerseits die routinierten Spieler im Spielbetrieb bleiben, andererseits die Schüler und Studenten erste Erfahrungen in der Squashliga sammeln.

zum Vergrößern anklickenAls wir dann gelesen hatten, welche Teams in der Verbandsliga antreten, war schon von vorneherein klar, dass die zweite Mannschaft eher im unteren Bereich angesiedelt sein dürfte. Am ersten Spieltag hatte das Team I spielfrei und das Team II musste gleich eine weite Reise antreten, nämlich in die Südpfalz nach Bornheim in die dortige schmucke Sportanlage mit neun Squashcourts und jeder Menge anderer Spielstätten für eine Vielzahl anderer Sportarten. Günstig ist insoweit für den dortigen Club, dass der Spielführer Christoph Müller auch Eigentümer der Anlage ist und schon damit ist garantiert, dass der Squashsport in dem schönen Dörfchen in der Nähe von Landau auch wettkampfmäßig überleben wird.

zum Vergrößern anklickenAlso reiste man, begleitet vom derzeit Sportinvaliden Kurt als Coach, Schiri-Helfer und – s.u. - Mediator, mit drei Saarländern und einem Nachbarn aus der Pfalz, nämlich unserem Senior Karl, bei allerschönstem Herbstwetter in die Südpfalz, um sich so teuer wie möglich zu verkaufen. Weitere Gegner waren die Spieler von Idar-Oberstein II, die ebenfalls eine Mischung von Alt und Jung aufbieten konnten.

zum Vergrößern anklickenDas erste Match mussten die Spieler gegen Idar-Oberstein bestreiten. Unser Student Joe mit dem Wunderschläger, den er seinem Schwiegervater abgeluchst hatte, hatte dabei nicht nur gegen seinen routinierten und fröhlichen Gegner Dietmar Geyer zu kämpfen, sondern auch mit einer sichtbaren Nervosität, welche in Anbetracht der Tatsache, dass dies sein erster Wettkampf war, ohne weiteres nachvollziehbar ist. Im Laufe des Spiels konnte Joe seine Nervosität etwas ablegen und teilweise offene Ballwechsel spielen, musste aber auch anerkennen, dass der routinierte Dietmar ihm trotz „wohlwollenden Spiels“ keine Chance ließ. Immerhin gelangen Joe einige Punkte in jedem Satz, so dass sein Einstand als durchaus gelungen bezeichnet werden kann. Jedenfalls kämpfte er unverdrossen um jeden einzelnen Punkt. Dennoch verlor er in drei Sätzen relativ deutlich.

zum Vergrößern anklickenDas zweite Spiel war das der Jugendlichen. Auf Seite von Idar-Oberstein trat der siebzehnjährige Alexander Hiery an, der schon etliche Ligaerfahrung hat und mit einer Körpergröße von fast 1,90 m über eine ausgeprägte Reichweite verfügt. Auf unserer Seite war das Motto: Südwest-Deutschland sucht das Supertalent, das Gott sei Dank in unserem Verein spielt und Marius Röttgerding heißt. Der 14-jährige Blondschopf sah gegenüber seinem Gegner zwar etwas klein und schmächtig aus, was Marius aber in diesem heiß umkämpften Match bot, war allererster Klasse. Marius hat regelmäßig mit den Ligaspielen trainiert und kann mittlerweile ohne Weiteres nicht nur mit unseren Stammspielern, sondern auch mit den anderen Ligaspielern mithalten. Es entwickelten sich offene Sätze, lange Ballwechsel, technische Raffinessen auf beiden Seiten und geniale Spielzüge von zwei Jugendlichen, die im südwestdeutschen Raum Ihresgleichen suchen. Dass letztlich Alexander in drei Sätzen relativ knapp gewann, war auch der eben erwähnten Reichweite geschuldet, mit der er das Spiel sehr schnell machen konnte. Technisch waren beide ohne weiteres ebenbürtig und der kämpferische Einsatz von Marius war vorbildlich. Schade, dass es nicht zu mehr gereicht hat.

zum Vergrößern anklickenAuf den Positionen 1 und 2 waren dann die Oldies gefordert. Markus als Spielführer hatte auf Position 2 das Urgestein von Idar-Oberstein Stefan Messerschmidt zum Gegner und dementsprechend trotz großen körperlichen Einsatzes keine Chance gegen den technisch und taktisch versierten Stefan. Markus enttäuschte nicht, konnte aber nachvollziehbarer Weise keinen Satz für sich entscheiden. Vom Ergebnis her nicht besser ging es unserem Seniorenspieler Karl, der noch vor kurzem bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Portugal antrat, in dem ruhigen und gelassenen Robert Yaghoubi aus Idar-Oberstein aber seinen Meister fand. Der ungemein sympathische Robert spielt sein unorthodoxes Volley-und Boast-Spiel gnadenlos herunter, hat ein Gefühl in seiner Hand, um das ihn viele Squasher beneiden und, der Autor dieser Zeilen weiß es aus eigener leidvoller Erfahrung, sein Spiel ist nicht zu lesen. Auch Karl hatte diese Probleme, kam nicht richtig ins Spiel und Robert machte die Gewinn bringenden Punkte. Auch Karl gelang trotz seines unglaublichen technischen Vermögens kein Satzgewinn und die Höchststrafe war mit einem 4:0 ohne eigenen Satzgewinn perfekt.

zum Vergrößern anklickenIm letzten Spiel ging es dann gegen die Gastgeber, wobei anzumerken ist, dass das Verhältnis der Bornheimer Squasher zu Karl, gelinde gesagt, nicht von einer wunderbaren Freundschaft geprägt ist. Karl, der am Samstag die Ruhe in Person war, spielte einige Zeit in diesem Verein und man trennte sich nicht gerade herzlich, wobei die Gründe diesbezüglich nicht dargestellt werden sollen oder können. Für den Coach unseres Clubs, der mitgereist ist, war es allerdings teilweise befremdlich zu sehen, welche kuriosen Diskussionen zwischen den Bornheimern und unseren Spielern bzw. dem Verfasser dieser Zeilen geführt werden mussten. Auch hier ein Lob an Marius: trotz angebotener tätiger Hilfe beim Schiedsen brauchte er diese nicht; er kam in seinem ersten, schwer zu leitenden Spiel als Schiedsrichter mit den beiden Streithähnen in dem Court derart souverän klar, dass man meinte, man habe einen routinierten Familienvater als Schiedsrichter vor dem Court sitzen. Was die Aversionen angeht: an dieser Stelle sei angeregt, wenigstens bei Ligaspielen nicht nur von den Worten her das Kriegsbeil zu begraben, sondern dies auch tätig und souverän zu begleiten. Nach einigen Gesprächen allerdings konnten sich die Gastgeber doch etwas beruhigen und man war in der Lage, den Spieltag, konkret auch das Spiel gegen Bornheim, anständig und fair über die Bühne zu bringen.

zum Vergrößern anklickenZum sportlichen Bereich: Joe musste gegen den laufstarken Riku Knüvner antreten und zeigte sich doch gegenüber dem ersten Spiel verbessert. Ihm gelangen bessere Bälle, weniger Fehler, was aber nicht ausreichte, um den Spieler der Gastgeber in Verlegenheit zu bringen. Auch hier gewann unser Gegner klar und deutlich in drei Sätzen. Das Spiel von Marius gegen den routinierten und mit Oberligaerfahrung versehenen Klaus Deris war sehenswert. Wer zunächst meinte, Klaus müsse nicht seine volle Leistungsstärke abrufen, sah sich im Verlauf des Spiels schnell getäuscht. Marius ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen, auch nicht durch Diskussionen des motivierten Klaus, zog sein Spiel mit einer unglaublichen Konzentration durch und brachte den Routinier mächtig ins Schwitzen. Nur kleinere Ungenauigkeiten führten dazu, dass Marius keinen Satz gewinnen konnte, er aber dennoch in allen Sätzen bis zum Ende mithielt. Das Punktverhältnis von 35:28 für den Gastgeber spricht Bände und zeigt, wie knapp dieses Spiel war. Der Schreiber dieser Zeilen ist noch immer fasziniert davon, mit welcher Abgeklärtheit Marius diese seine ersten beiden Spiele durchzog und welches spielerische und taktische Potenzial in ihm steckt. Insoweit auch an Volker, den Vater von Marius, der seine Sportgene umfangreich an seinen Filius weitergegeben hat, einen schönen Gruß. Du und Andrea können mächtig stolz sein; ich war es auch am Samstag!

zum Vergrößern anklickenTorben Reuter hieß der Gegner von Markus und das Muskelpaket aus Bornheim kannte mit seinem druckvollen und geradlinigen Spiel keine Gnade. Markus wehrte sich wiederum mit großem Einsatz, konnte aber den Sturm und Drang des gestählten Bornheimers nicht bremsen, der in drei deutlichen Sätzen klar gewann. Das mit Brisanz erwartete Spiel zwischen Christoph Müller und Karl auf der Position 1 musste leider ausfallen, weil Karl sich im Spiel zuvor gegen Ende eine leichte Oberschenkelzerrung zugezogen hatte und daher verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Wer weiß, wofür dies gut war.....

Fazit: zwar hat sich vom Ergebnis her die Reise in die Südpfalz nicht rentiert, allerdings war es gut zu sehen, wie sich Joe und vor allem Marius in den ersten Ligaspielen zurecht gefunden haben und in der Mischung mit dem einen oder anderen routinierteren Spieler dürfte es möglich sein, am Ende der Saison nicht das Tabellenende zu zieren. Die Prognose sei erlaubt, dass alle diese Spieler im Laufe der Saison für die eine oder andere Überraschung gut sein werden.

Verfasser: Kurt Rauch / 27.September 2011

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