Spielberichte des ersten Spieltags der Saison 2006/2007 am 23.09.2006

Für unseren Squashclub hat ein neues Zeitalter begonnen. Denn so kann man das Abenteuer Regionalliga durchaus nennen. Direkt zu Beginn musste man nach Mainz fahren, um dort nicht nur gegen den Gastgeber, seines Zeichens letztjähriger Vizemeister und Teilnehmer an der Relegation zur Zweiten Bundesliga, sondern auch gegen den SC Bornheim anzutreten. Für die planmäßige Nummer 4 Thomas spielte Jürgen und sammelte, wie außer Stefan alle anderen auch, erste Erfahrungen in dieser dritten deutschen Spielklasse.

Gegen die Gastgeber gab es dabei nichts zu ernten. Jürgen spielte gegen Johannes Krimm, der zwar nicht spektakulär, aber absolut konsequent und technisch sauber die Bälle platzierte, und Jürgen kam mit seiner Taktik, schnelle Punkte zu sammeln, nicht durch. Die Fehlerquote war zu hoch und mit der Brechstange kann man offensichtlich in der Regionalliga nichts erreichen. Diese Erfahrungen sollten jedoch dazu führen, dass man sich künftig auf dieses Spiel einstellt. Ergebnis: 3:9,1:9,3:9. Roland hatte es sodann mit dem Peruaner Maurizio Diaz zu tun und unsere letztjährige Bank, die den Nimbus der Unbesiegbarkeit hatte, fand nie zu seinem variablen und technisch hochwertigen Spiel. Auch Roland, der in letzter Zeit in der Form seines Lebens war, beging für ihn ungewöhnliche Fehler. Kurz und heftig war das Spiel und deutlich die Niederlage, bei der Roland insgesamt nur fünf Punkte gelangen und er hinterher getröstet werden musste. Mit besonderer Brisanz absolvierte Stefan sein Spiel gegen den 55-jährigen Engländer Chris Revill. Brisant deshalb, weil es zwar ungewöhnlich, aber doch wohl nicht unüblich zu sein scheint, in der Regionalliga nicht nur Squash zu spielen, sondern auch zu debattieren, diskutieren, Let-Situationen hervorzurufen und den Gegner schon dadurch in Bedrängnis zu bringen. Ob dies immer nötig ist, muss der Spieler selbst entscheiden, und ob dies den Regeln entspricht, ist Sache des Schiedsrichters. Entscheidend war es im konkreten Spiel jedoch wohl nicht, denn Chris aus dem Lande des Fairplay erwies sich auch ohne diese "Besonderheit" als technisch ausgereifter und platzierte Bälle spielender Squasher, der auch noch über eine beachtenswerte Fitness verfügt. Stefan jedenfalls konnte mitspielen, jedoch keinen Satz gewinnen. Schließlich gelang es Marc, für den einzigen gewonnenen Satz im Spiel zu sorgen, nämlich den zweiten Satz in seinem Spiel gegen Christian Seichter. Ansonsten ist nur zu sagen, dass unser Luxemburger die ersten beiden Sätze offen gestaltete, jedoch im Anschluss daran im Gefühl, doch nichts mehr für das Ergebnis tun zu können, deutlich nachließ, und er dem nicht wesentlich besseren, aber konstanter spielenderen Gegner das Spiel überließ.

Der zweite Gegner Bornheim lag eher auf Augenhöhe mit unseren Spielern. Jürgen machte mal wieder seinem Ruf als gierigster Spieler des Clubs alle Ehre, denn er wollte mal wieder zu Beginn alle Punkte gleich selbst machen, merkte dann aber nach 2 verlorenen Sätzen, dass man Squash auch mit Geduld spielen kann. Folge davon war, dass er wenigstens den dritten Satz deutlich gewann und im vierten lange Zeit gut mitspielte, um dann aber seinem Gegner Peter Schneider, der über ein hervorragendes Stellungsspiel und Auge verfügte, den Sieg überlassen zu müssen. Ergebnis: 1:9,0:9,9:3,6:9. Roland war es vorbehalten, zum spannendsten und engsten Spiel des Tages beizutragen. Gegen Gernot Fess wechselte die Führung in den ersten vier Sätzen regelmäßig und alle Sätze gingen denkbar knapp aus. Im fünften Satz unterlag Roland mit 8:10 und beide Spieler waren richtig platt. Auch hier zeigte sich, dass Roland seine überragende Form der letzten Wochen nicht ganz halten konnte, denn in entscheidenden Momenten spielte er nicht immer die richtigen Bälle. Dennoch Kompliment an Gernot, der zwar glücklich, letztlich aber wegen einer konstanteren Spielweise nicht unverdient den Sieg verbuchen konnte. Besser lief es diesmal bei Stefan gegen den Hallenbesitzer außer Bornheim Christoph Müller. Stefan verlor zwar den ersten Satz knapp mit 7: 9, gewann aber durch seine unglaubliche Fitness die nächsten drei jeweils mit 9:4.9:4,9:6. Dass man nicht ganz mit leeren Händen nach Hause fuhr und den ersten Punkt in der Regionalliga fest umklammern konnte, ist Verdienst von Marc, der gegen die Nummer 1 aus Bornheim Bernd Magin nach souveräner Leistung und konsequentem Spiel deutlich mit 9:0,9:3,4:9 und 9:3 siegte.

Mainz siegte auch gegen Bornheim mit 4:0

Noch ein Wort dazu, dass dieses Mal keine Bilder veröffentlicht werden. Verantwortlich für die Fotos der ersten Mannschaft ist eigentlich Jürgen. Nur sein Verhältnis zum Fotoapparat ist etwa so kompliziert wie dasjenige von Dieter Bohlen zur Monogamie oder deutscher Politiker zur Gesundheitsreform: es passt einfach nicht. Man kann ihn mehrfach erinnern und trotzdem vergisst er die Kamera, oder er hat sie dabei und es fehlen Batterien oder Sticks, oder er hat sie mit Batterien und Sticks dabei und vergisst sie auszupacken. Konsequenz ist, dass möglicherweise ein anderer mit der Berichterstattung durch Fotos beauftragt wird oder sich mehrere Freiwillige melden, die ihn morgens am Spieltag unabhängig voneinander mehrfach anrufen, um ihn an seine Pflichten zu erinnern. Wir geben es jedenfalls nicht auf.

Verfasser: Kurt Rauch /24.09. 2006

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