Es war als Test konzipiert und wurde schließlich ein großer Erfolg: die Zukunft unseres schönen Sports liegt nicht in den Händen der alten Säcke, die diese Sportart schon seit Jahrhunderten betreiben, sondern nicht nur im Profifußball, sondern auch bei den Amateur-Squashern sollte die Aufmerksamkeit den Jugendlichen, dem Nachwuchs der Vereine, gelten, die dafür sorgen, dass dieser Sport auch in 20 Jahren in Vereinen ausgeübt werden kann. Unser Squashclub hatte vor knapp einem Jahr einen plötzlichen Zulauf von Jugendlichen, die begeistert die Sportart betreiben. Die Chance wurde von uns als Club ergriffen und ein eigenes Jugendtraining, geleitet von Marc und Kurt, ins Leben gerufen. Und um einmal initiativ zu werden für die Jugendlichen des Verbandes, haben wir nach Rücksprache mit anderen Vereinen des Landes den Entschluss gefasst, gerade für diejenigen Jugendlichen, die noch keine oder wenig Ligaerfahrung haben, ein kleines schnuckeliges Turnier auszurichten.
Leider
kamen wir ins Gehege mit dem Termin der Wiesental-Open, die ursprünglich
eine Woche später stattfinden sollte und auch entsprechend angekündigt
war, die dann aber aus Gründen, die uns nicht bekannt sind, doch kurzfristig
auf den 3.9.2011 verschoben wurde. Wir mussten aber bei dem Termin bleiben
und konnten mit großer Freude feststellen, dass dennoch 12 Jugendliche
aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland für das Turnier gemeldet hatten
und auch antraten; unser Rudolf aus der „Struddel-Familie“ Fries
nach einem Vergesslichkeitsanfall des ganzen Clans nach telefonischer Aufforderung
einige Minuten später. Schade war es, dass die jugendlichen Squasher
aus Güdingen nicht teilnehmen konnten, weil eine schulische Veranstaltung
dazwischen kam. So waren es fünf Squasherinnen und Squasher aus unserem
Club, die die einzigen Teilnehmer des Saarlandes waren. Hinzu kamen fünf
Mainzer und zwei Idar-Obersteiner, die den weiten Weg ins Saarland, genauer
in unser schönes Squashcenter RELAX in Ensdorf, und teilweise gar noch
irregeleitet durch eine überforderte Navigationsstimme, fanden und die
das Feld komplettierten.
Die
Altersspanne reichte von 7 bis 17 Jahren. Jüngste Teilnehmerin war die
Mainzerin Annika Steinmetz, ein Sonnenschein von sieben Jahren, die die Kugel
schon recht beachtlich trifft. Wir hatten uns auch vorgenommen, die Kids an
das Schiedsrichterwesen heranzuführen, was die Mädels und Jungs
auch begeistert aufgriffen. Sie schiedsen und schrieben auf wie alte Hasen.
Gestärkt von feinen belegten Brötchen, gesponsert von unseren Hallen-Eigentümern
Andrea und Volker, sowie von den köstlichen Bollas, gefertigt von unserer
Webfee Silke, ging es los in den einzelnen Gruppen.
Unser
Organisationstalent und Bald-Designer Marc, gleichzeitig Sportwart, hatte
ein ausgetüfteltes System entwickelt, welches drei Gruppen vorsah: eine
Gruppe U 10 mit drei Sportlern, eine Gruppe U 14 mit ebenfalls drei Sportlern
und eine Gruppe U 18 mit sechs Spielern, dem Gleichbehandlungsgrundsatz konform
besetzt mit drei Jungens und drei Mädels. Diese spielten jeweils in zwei
Gewinnsätzen ihren Sieger aus.
In
der jüngsten Gruppe hieß dieser Niklas Steinmetz, 9 Jahre, aus
Mainz, der sowohl gegen seine kleine Schwester Annika als auch gegen den Zweiten
der Gruppe Jonas Öftring die Oberhand behielt. Niklas spielte wie die
beiden anderen schon recht ordentliches Squash und von allen wird man künftig
mit Sicherheit in der Squashszene einiges hören.
In der Gruppe darüber spielten die beiden zwölfjährigen Mainzer
Max Decker
und
Daniel Krimm gegen unser Eigengewächs Rudolf Fries, der noch ein Jahr
jünger ist. Hier merkte man doch deutlich, der das Laufwunder und Kampfschwein
Rudi schon länger mit uns Erwachsenen trainiert und für sein Alter
sehr weit ist. Mit druckvollen und exakten Schlägen hielt er seine beiden
tapfer kämpfenden Konkurrenten aus Mainz in der Spielgruppe auf Distanz
und siegte recht souverän. Zweiter wurde Daniel in einem spannenden Spiel
gegen Max. Auch hier zeigten die Kids ein ansprechendes Spielverständnis.
In
der größten Gruppe waren vier aus unserem Club angetreten. Hinzu
kamen bei den Jungs der lange Jonas Ambrosius-Eichner, der schon eine Saison
in der Liga gespielt hat, und die talentierte Rahel Crummenauer, beide aus
Idar-Oberstein. Zwei Erkenntnisse brachte diese Gruppe: zum einen merkte man
deutlich die größere Schnelligkeit und Kraft der Jungs und zum
anderen ein Spielniveau, welche angesichts der Tatsache, dass die Jugendlichen
noch nicht allzu lange diesen Sport betreiben, beachtlich war. Betrachtet
man diese Gruppe einheitlich, waren die drei Jungs vorne und die drei Mädels
hinten. Trennt man sie, kann man über ein gerechteres Ergebnis berichten.
In
der Dreiergruppe der Mädels entwickelte sich insbesondere bei den beiden
Besten, unseren Eigengewächsen Giulia Cancian und Jacqueline Becker,
das spannendste Spiel des Tages. Nach zwei ausgeglichenen Sätzen konnte
Giulia den dritten Satz in der Verlängerung für sich entscheiden
und war dann von zwei gleichwertigen Spielerinnen die glücklichere. Beide
spielten ihr bestes Squash und die technische Ausführung war sehr ansprechend.
Aber auch die Dritte in der Gruppe, Rahel, hielt gut mit und brachte ihre
Gegnerinnen und Gegner gut ins Schwitzen und an den Rand eines Satzverlustes.
Bei
den Jungs zeigte sich unser Filou Julius Wintrich von seiner starken Seite,
denn ihm gelang gegen den eigentlich übermächtigen Jonas sogar ein
Satzgewinn. Die Gruppe beherrscht hat aber unser Rookie Marius Röttgerding,
der immens trainingsfleißig ist und schon manchen unserer erfahrenen
Spieler im Training auf Distanz halten kann. Marius ist 14 Jahre und wird
mit Sicherheit in der kommenden Saison in der Liga ein Teil seiner Spiele
gewinnen. Mit außergewöhnlicher Dynamik und Härte in den Schlägen
ist er schon sehr weit für sein Alter. Dies musste nicht nur Julius spüren,
sondern im Finale auch der technisch versierte und schon erfahrene Jonas,
den Marius überraschenderweise in allen drei Sätzen relativ deutlich
in Schach hielt. Marius gewann also dieses Feld vor Jonas und Julius und kann
sich daher auch guten Gewissens als Gesamtsieger dieses Turniers bezeichnen,
obwohl alle 12 Spielerinnen und Spieler sich als Gewinner fühlen konnten.
Damit
dies auch nach außen sichtbar wird, wurden alle Kids dann von unserem
Präsidenten Frank mit Preisen reichlich beschenkt, so dass man sich beckenbauerisch
fragte, ob denn schon Weihnachten wäre. Der Siegerpokal, gespendet vom
Ensdorfer Bürgermeister und Fast-Landrat Thomas Hartz, ging an Marius,
weitere kleinere Exemplare, gesponsert von unserem Squashverband, gingen an
die anderen Sieger der einzelnen Gruppen. Außerdem gab es viele Sachpreise,
angefangen von diversen Sportutensilien und Squashschlägern über
Uhren, Minifußbällen, Schlüsselanhängern bis von Mark
wunderschön gestalteten Siegerurkunden. Dank eines ausgeklügelten
Sponsorensystems war die Veranstaltung für uns sogar kostenneutral. Dank
dafür gilt vor allem unseren Hauptsponsoren Fa. IVECO und Sportzentrum
RELAX, jeweils in Ensdorf, in Personen von Dietmar sowie Andrea und Volker,
letztere insbesondere für die Verpflegung und die kostenlose Überlassung
der Hallen, von unseren weiteren Sponsoren Fa. OLIVER Sports, Uhren Alt und
Demmerle in Bous, Spirits of Sports in Wadgassen und dem Squashverband Saarland,
der uns mit Pokalen, einem Squashschläger und Bällen unterstützte.
Ein besonderer Dank gebührt auch Marc, der den sportlichen Teil des Turniers
ebenso souverän organisierte wie er auch professionelle Plakate und Urkunden
entwarf und fertigte. Ohne all diese Helfer hätten wir dieses Turnier
in der Form nicht durchführen können. Wir hoffen, dass dies auf
Nachahmung in anderen Vereinen in solcher oder ähnlicher Form führen
kann, damit die Kids sich weiterhin untereinander und nicht nur in der Liga
mit den Fossilien des Racket-Sports messen können. Eine weitere Gelegenheit
hierzu gibt es in Güdingen am 15.10.2011 um 16:00 Uhr. Bei den dortigen
PEUGEOT-Open
findet ein eigenes Jugendturnier statt, bei dem wir hoffentlich viele der
jetzigen Teilnehmer und auch andere Jugendliche aus dem Südwesten Deutschlands
sehen können.
Verfasser: Kurt Rauch / 06.September 2011